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Die Besonderheit der Beziehung zwischen Arzt und Patient in der Psychotherapie bringt es mit sich, daß wir in der Psychotherapie mit der Persönlichkeit des Therapeuten selbst als entscheidend wichtigem Faktor in ganz anderem Maße rechnen müssen als in der somatischen Medizin. Man hat immer wieder gemeint, die persönlichen und als solche “störenden” Einflüsse weitgehend ausschalten zu können, indem man eine gleichsam überpersönliche Methode zu entwickeln versuchte, die unabhängig von der Persönlichkeit des Arztes oder Patienten verläßlich sein sollte. Dieses Bemühen ist verständlich aus der Herkunft der Psychoanalyse von einer naturwissenschaftlich orientierten Medizin. Auftretende Schwierigkeiten, die deutlich im Therapeuten selber liegen, werden ganz folgerichtig als Gegenübertragung bezeichnet, worin bereits zum Ausdruck kommt, daß der Therapeut in solchem Fall versagt hat in der Ausschaltung alles Persönlichen und damit der souveränen Handhabung der “Technik”. Das dahinterstehende unausgesprochene Ideal einer “reinen Methode” läßt aber zu leicht übersehen, wie sehr eine solche im Bereich des Lebendigen immer nur in Grenzen möglich ist, zumal bei einem ausgesprochen zwischenmenschlichen Geschehen wie der Psychotherapie. Wie wir meines Erachtens unsere Arbeitsweise neurosenspezifisch der Struktur des Patienten anpassen sollten, müssen wir auch mit der Eigenstruktur der Persönlichkeit des Therapeuten rechnen, die immer ihre spezifischen Probleme mit sich bringen wird.
Erfahrungen aus der eigenen Praxis und aus langjähriger Tätigkeit als Lehrund Kontrollanalytiker liegen den folgenden Ausführungen zugrunde, die vor allem dem Lernenden helfen sollen, mögliche Fehlerquellen, die in ihm selbst liegen, zu erkennen. Neben allem Unbeschreibbaren, einmalig Individuellen einer Persönlichkeit lassen sich bestimmte Typen von Therapeuten beschreiben mit ihren entsprechenden struktureigenen Problemen, die übersehen zu wollen einer Verdrängung gleichkäme. So wichtig dafür die Lehr