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Sozialfürsorger2, die sich zu Fortbildungskursen melden, haben gewöhnlich irgendwelche Schwierigkeiten in ihrer Arbeit, mit denen sie nicht fertig werden. Nicht seltcn sind es Kompetenzfragen. Trotz ansehnlicher, teils während des Studiums, teil in der Praxis erworbener Kenntnisse in Psychotherapie in Gestalt von “Case work”-Techniken sind diese Männer und Frauen merkwürdig unsicher, wieviel von ihrem Wissen sie in ihrer Arbeit anwenden können und dürfen. Und wenn der Fürsorger sich entschließt, seine Kenutnisse einmal anzuwenden, scheinen ihm die Ergebnisse mager und häufig nicht klar und entscheidend. Er fragt sich dann, woran das liegt, ob er selber nicht der richtige Mensch dafür ist, ob seine erlernten oder er-worbenen Methoden nichts taugen, ob nicht sogar etwas grundsätzlich Falsches, fast Sündhaftes darin liegt, daß er als Sozialfürsorger sich so nah mit Psychotherapie einläßt. Oft wird er dann ängstlich und in seiner Arbeit inkonsequent und ungleich. Andere Teilnehmer an Fortbildungskursen treten überaus selbstbewußt auf und können nicht zugeben, daß sie Hilfe nötig haben, es sei denn gegenüber einem Kursuslciter, den sie idealisieren und verehren können. Diese Hörer haben in den Fortbildungslehrgängen oft das Gefühl zu versagen, wobei sie zwar ihre Lehrer nicht geradezu für ihre Mißerfolge verantwortlich machen, aber doch durchblicken lassen, daß der betreffende Dozent ihnen helfen könnte, wenn er nur wollte.
Auch der Kursusleiter kann sich diese unerwünschten Ergebnisse seines Unterrichts nicht erklären. Er hat das Gefühl, dß er etwas Wertvolles zu lehren hat, kann dieses “etwas” aber nicht recht definieren. Wenn er es versucht, klingen seine Definitionen schwach und voller Gemeinplätze, und es ist ihm, als habe er das Wichtigste weggelassen. Selbst wenn der Unterricht erfolgreich zu sein scheint, ist ihm oft nicht klar, woher dieses Gefühl des Er-folges bei der einen Gruppe rührt, im Gegensatz zu anderen Versuchen, die zu Mißerfolgen führten. Man macht si