You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In einer intensiven Untersuchung der intrafamiliären Situation, in welcher schizophrene Patienten aufwuchsen, wollen wir einen kurzen Halt einlegen und einen ersten überblick über das Material geben, das wir bisher über ein Mitglied der Familie des Schzophrenen gesammelt haben, dem noch wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde, nämlich dem Vater. Wir fanden, daß die Väter in den sechzehn Familien, die wir untersuchten, sehr wichtige, und zwar oft außerordentlich störende Faktoren waren, deren Dasein und Einfluß nicht vernachlässigt werden kann. Wir möchten mit der theoretischen Erwägung beginnen, inwiefern in unseren Bemühungen, die Schizophrenie und den schizophrenen Patienten zu verstehen, auch die Rolle des Vaters betrachtet werden muß.
Das bisher vorherrschende Interesse an der Mutter und der frühen Mutter-Kind-Beziehung bei Schizophrenen geht vor allem auf zwei Gründe zurück: einmal kann der Psychiater die Begegnung mit den Müttern der schizophrenen Patienten nicht vermeiden, und das stark exzentrische, paralogische Wesen mancher dieser Mütter hinterläßt bei den geplagten Aarzten einen bleibenden Eindruck. Die Neigung, von einem bestimmten charakteristichen Typ auf alle Mütter schizophrener Patienten zu verallgemeinern, erscheint jedoch auf der Basis unserer intensiven Studien nicht völlig gerechtfertigt. Zum anderen legen die herrschenden analytischen Theorien über die Aatiologie der Schizophrenie eine eingehende Untersuchung der Mutter-Kind-Beziehung in den ersten zwei Lebensjahren besonders nahe. Die massive narzißtische Regression des Schizophrenen deutet auf eine ernste Fixierung in der frühen oralen Phase hin. Die Bande zur Wirklichkeit sind wegen der auf die frühe Fixierung der Libido zurückgehenden libidinösen Verarmung des Ich nur schwach, und so folgt, wenn die Objekte aufgegeben werden, eine Regression auf die frühesten Entwicklungsstufen. Ein Hauptgrund für solche Hypothesen folgt der Argumentation Abrahams, wonach die Schizophrenie als tiefstgreifende De