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Wir beschäftigen uns mit einer über längere Zeitdauer reichenden intensiven Untersuchung über die Umwelt innerhalb der Familie, in der der schizophrene Patient aufwächst. Aus Raumgründen kann hier keine umfassende Darstellung des theoretischen Bezugsrahmens dieser Untersuchungen gegeben werden, und wir beschränken uns daher auf einen kurzen Hinweis über unsere Richtlinien. Frühere Untersuchungen haben erkennen lassen, daß stark pathologische Veränderungen in der innerfamiliären Umwelt einer der regelmäßigsten Befunde zur ÄZtiologie der Schizophrenie sind. Wir betrachten die Schizophrenie als eine extreme Form des Rückzuges aus den sozialen Beziehungen, die besonders gekennzeichnet ist durch Versuche, die Realität entweder durch Entstellung der Symbolfunktion oder durch extreme Beschränkung der interpersonellen Umwelt in eine erträgliche Form zu bringen. Eine Theorie der Schizophrenie muß sowohl das Bedürfnis des Patienten erklären, sich regressiv und symbolhaft aus dem Bereich des gemeinsamen Lebens und gemeinsamer Bedeutungen zurückziehen zu wollen, als auch seine Fäbigkeit, dies zu tun. Da die Familie die erste Lehrmeisterin sozialer Wechselbeziehungen und emotionaler Reaktionen ist, ist es von entscheidender Wichtigkeit, sie so erschöpfend wie möglich zu erforschen. Es liegt beträchtliches Beweismaterial vor, daß die Familie des Schizophrenen paralogische Ideenbildung und untragbare emotionale Bedürfnisse fördert und häufig sich widersprechende Identifizierungsmodelle bietet, die nicht integriert werden können. Die Bedeutung der ganz frühen Mutter-Kind-Beziehung erscheint klar, aber wir nehmen an, daß Defekte in dieser Beziehung lediglich eine Anlage entstehen lassen, die für die Entwicklung der Schizophrenie oder anderer psychiatrischer und psychosomatischer Störungen erforderlich ist. Eine Anlage ist keine Ursache. Die Möglichkeit bleibt offen, daß sich spezifische Determinanten in den späteren Schwierigkeiten interpersoneller Beziehungen auffinden lassen. Wir