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Es ist eine komplexe und subtile Aufgabe der Familie, der neuen Generation ihren Kulturerwerb zu übermitteln und Persönlichkeiten heranzubilden. Bis vor noch nicht allzulanger Zeit wurde diese Aufgabe als selbstverständlich hingenommen, wobei Sitte und Brauch, pädagogische und religiöse Richtlinien zur Orientierung dienten. Erst in den letzten Jahren haben sich wissenschaftliche Untersuchungen mit diesem Vorgang befaßt, bei dem so viele Faktoren ungefragt als Tatsachen betrachtet wurden, daß man ihnen keine weitere Aufmerksamkeit schenkte. Wie bei vielen anderen menschlichen Funktionen, die sich beinahe von selbst vollziehen, kann uns auch hier die Untersuchung des Pathologischen zu Einschten in grundsätzliche Funktionen und Prozesse verhelfen.
Man ist auf den verschiedensten Wegen an die Erforschung der Familie herangegangen. Sie reichen von soziologischen Studien auf der einen Seite, bei denen die Fragestellung auf die Auswirkungen der Gesellschaftsstruktur auf die Familienstruktur und umgekehrt, und von da aus auf das Verhalten der Einzelpersonen abzielt, hinüber zu den psychologischen Untersuchungen, die sich vorwiegend mit den Wirkungen der Persönlichkeiten auf andere Persönlichkeiten sowie auf die Familienstruktur befassen. Unsere eigenen Untersuchungen stützen sich sicherlich zu einem guten Teil auf eine Reihe bestimmter soziologischer Auffassungen. Wir hielten es für zweckmäßig, den Anschauungen von Parsons und Bales zu folgen, die die Familie unter dem Gesichspunkt der Dynamik von Kleingruppen betrachten (73). Die Kernfamilie ist eine echte Gruppe, denn alle ihre Mitglieder stehen in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander, das Verhalten jedes Familienmitgliedes berührt alle anderen, und die Familie bietet a