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Der Begriff “Sublimierungw” war lange Zeit Gegenstand erheblicher Kritik. In jüngster Zeit wurde er einer erneuten Prüfung unterzogen, und zwar in Zusammenhang mit der Wiederaufnahme ich-psychologischer Untersuchungen, welche sich auf Freuds späteste Theorien stützten (1937-38). Diese Forschungen haben viel dazu beigetragen, Freuds gedrängte Formulierungen in jenen Schriften zu klären.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit ist es mir nicht möglich, auf die Überlegungen, welche in der neuesten Literatur vorgebracht werden, angemessen einzugehen. Ich werde lediglich—etwas kurz und willkürlich—jene Folgerungen erwähnen, welche für meine eigenen Ansichten über die Sublimierung von Bedeutung sind.
In seinem historischen und kritischen Überlick über die Entwicklung des Sublimierungs-Begriffs räumt Hartmann1 mit dem Vorurteil auf, die Fähigkeit zur Sublimierung sei nur “einigen wenigen” gegeben. In seiner eigenen Theorie berücksichtigt er das zeitweilige Anwachsen und Abnehmen der sublimierenden Aktivität und stellt damit die Sublimierung mehr als kontinuierlichen Prozeß denn als gelegentliches Ereignis dar. Im großen und ganzen bin ich mit dieser Formulierung einverstanden, nur halte ich das gelegentliche Ereignis, die klar abgegrenzte, einmalige Leistung, für ganz besonders bedeutungsvoll. Man kann sie gut als Höhepunkt eines mehr oder weniger kontinuierlichen unbewußten Prozesses ansehen.
Hartmann nimmt für die Sublimierung zwei Energiequellen an: Die Neutralisierung libidinöser und aggressiver Triebe und eine “primäre Ich-Energie”. Mit diesem Ausdruck bezeichnet er treffend die angeborene, nidht