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Die Psydioanalytiker sind sich einig in der Erkenntnis, daß die ersten Objektbeziehungen des Kindes den Grundstein seiner Persönlichkeit legen; über die Natur und Dynamik dieser Beziehung besteht jedoch noch keine Übereinstimmung. Zweifellos sind die Meinungsverschiedenheiten gerade wegen der Wichtigkeit des Gegenstandes so groß und die Wellen des Gefühls oft so hoch. In dieser Arbeit gehe ich davon aus, daß wir alle hinsiditlich der empirischen Tatsadie übereinstimmen, daß sich in den ersten zwölf Lebensmonaten ein starkes libidinöses Band zwisdieh Mutter und Kind knüpft. Unsere Meinungsverschiedenheiten beziehen sich auf die Frage nach dem Zustandekommen dieser Beziehung. Weldie dynamischen Kräfte be-wirken und fordern nun tatsächlich die Entstehung dieser Bindung?
Ich möchte mit einer ganz kurzen Beschreibung von vier verschiedenen Auffassungen beginnen, die in mehr oder weniger reiner Form in der psychoanalytischen oder psychologischen Literatur zu finden sind. Daran an-schließend werde ich eine fünfte Auffassung skizzieren, von der ich annehme, daß sie den Tatsachen mehr entspridit, Danach werde ich kritisch darzustellen versuchen, was führende Analytiker in früheren und neueren Arbeiten dazu geäußert haben.
Bevor ich die von mir bevorzugte Theorie darstelle, ist es erforderlich, mehr oder weniger summarisch erstens die Theorien, einschließlich der von Piaget, über Wahrnehmen und Erkennen zu diskutieren und zweitens einige der neueren Theorien über das Instinktverhalten zu erwähnen. Während der Niederschrift dieser Arbeit habe ich mich in der Tat gefragt, ob es nicht richtiger gewesen wäre, dieser Veröffentlichung drei andere vorauszuschicken—eine erste über die Entwicklung des Erkennens, eine zweite über den Instinkt und eine dritte über die vergleichsweisen Vorteile und Nachteile der direkten Beobachtung von Säuglingen einerseits und der auf der Analyse älterer Personen beruhenden Rekonstruktion andererseits. Statt dessen lege ich eine Arbeit vor, von