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An sogenannt organpsychotischen Kranken fielen Erscheinungen in Aussehen, Tonus und Ich-Gefüge auf, die das, was wir als organneurotisch bezeichnen, überschreiten. Wir haben sie zuerst bei Psychotikern angetroffen, dann aber bei solchen Fällen, bei denen eine Psychose im psychiatrischen Sinn nicht bestand. Es schien, daß ein schweres, unbewußtes Seelenleid körperliches Herunterkommen und Schädigungen an Organen verursache. Dieser Eindruck wurde vor allem an weiblichen Magersüchtigen gewonnen; eine unserer Kranken dieser Art war in der Klinik als Träger der Simmondsschen Krankheit rubriziert worden, sie und andere zeigten schwere Veränderungen im gesamten Körper- und Seelengefüge. Auf Grund der genauen, von berufener klinischer Seite durchgeführten und paralleler Beobachtungen anderer ähnlicher Kranken, zuerst in der Noordenklinik in Frankfurt/M., haben Grote und Meng im Frühjahr 1934 in der “Schweiz. Medizinischen Wochenschrift” (Heft 7) über Kranke mit endogener Magersucht berichtet. Ich schlug vor, bei manchen Fällen von “psychogenen” Störungen den Krankheitsbegriff “Organpsychose” einzuführen, und zwar deshalb, weil das Ich eines solchen “Organpsychotikers” sich wie das eines Psychotikers von der Außenwelt abwendet. Es regrediert in frühere Ent-wicklungsstadien tiefer und triebhafter als das des Neurotikers. Das Ich vereint sich wieder mit dem triebhafton Es, aus dem es herausgewachsen ist und mit dem es immer in Zusammenhang stand. Die Bezeichnung “Organpsychose” enthält etwas Paradoxes, aber nur deshalb, weil wir immer noch durch die Trennung der Begriffe Körper und Seele befangen sind, auch infolge der ontologischen Problematik des psychischen und physischen Seins deren Zweiheit sehen. Es handelt sich aber stets um die Einheit Mensch, an der wir das Wirken psychophysischer Korrelationen bemerken.
Es wären hier neben den Beobachtungen in Psychoanalysen vor allem die Forschungen von Friedrich Kraus heranzuziehen; er hob die Bedeut