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Meine Erfahrungen bei Vorlesungen über dieses Thema haben mich gelehrt, eine Warnung vorauszuschicken. Wenn der Arzt zu einem wissenschaftlichen Vortrag oder Fortbildungskurs geht, so hofft er, etwas Neues zu hören, das sein Wissen erweitert; etwas über ein neues Sedativum, das überhaupt keine Nebenwirkungen hat, einen neuen Gedanken, der ihm hilft, die kleinen und großen neurotischen Probleme seiner Patienten besser zu verstehen und zu behandeln. Solche Erwartungen wird mein Vortrag, fürchte ich, nicht erfüllen. Worüber ich sprechen möchte, ist in den bereits vorhandenen und akzeptierten Wissensstoff des Arztes nicht so leicht einzufügen, denn ich werde Sie auffordern, Ihre eigene Rolle in dem Alltags-Drama, das sich zwischen Ihren Patienten und Ihnen abspielt, zu betrachten und einmal die Wirkung Ihrer Verhaltensgewohnheiten in dieser Rolle zu prüfen.
Dieses Thema — die Arzt-Patient-Beziehung — ist im Augenblick in Mode gekommen, wenigstens seine oberflächlicheren Aspekte. Wir hören wieder Ratschläge über das richtige Verhalten am Krankenbett; in Artikeln und Büchern werden ganz nützliche, empirische Winke gegeben, wie man einen überängstlichen, gehemmten Patienten auflockert, wie man eine geschwätzige Frau abbremst, was man tut, wenn ein Patient ungerechtfertigte Forderungen in bezug auf Visiten und Medikamente stellt usw. Ich gebe gern zu, daß diese technischen Winke für den geplagten Arzt von großem Wert sind, aber ich werde nichts dazu zu sagen haben, ja, sie nicht einmal erwähnen. Dagegen möchte ich einmal mit Ihnen untersuchen, was sich zwischen Arzt und Patient ereignet, was jeder dieser beiden Akteure zu dem sich entwickelnden Drama beiträgt und inwiefern das Endergebnis von diesen Beiträgen bestimmt ist.