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“Die Psychiatrie als Wissenschaft befindet sich in einer Krise.” Mit diesen Worten beginnt das neuerschienene Buch von K. Conrad “Die beginnende Schizophrenie” (Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1958, 165 Seiten, 19,80 DM). Sowohl die Darstellung der Krise als auch der für ihre Überwindung vorgeschlagene Weg erscheinen so charakteristische für die gegenwärtige Situation der Psychiatrie in Deutschland, daß ich im folgenden etwas näher darauf eingehen möchte.
Conrads Buch gehört zur Reihe der phänomenologischen Studien am Schizophrenieproblem, die mit Jaspers begann und sich über Gruble, K. Schneider usw. bis zu Zutt und u. Baeyer. fortsetzte. Conrad hat besonders diese phänomenologische Forchung im Auge, wenn er von einer Krise spricht: Trotz einer immer subtileren Zerlegung und Aufspaltung der schizophrenen Symptome und insbesondere der Phänomene des Wahns in Wahnwahrnehmungen, -einfälle, -vorstellungen, -bewußtheiten usw. bleibe, so sieht es Conrad, die Schizophrenie etwas Unverständliches, ein Rätsel. Andererseits hat auch die hirnpathologische Forschung zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Gleichsam in der Umgehung dieses toten Gleises hat sich dann in der deutschsprachigen Psychiatrie die phänomenologische Analyse ausgebreitet, als deren bedeutendste Richtung die Daseinsanalyse gelten darf. Aber diese Forschungsrichtung, sich auf die Darstellung, ausgewählter Fälle beschränkend und weitgehend eine eigene, zum großen Teil der Heideggerschen Philosophie entlehnte Sprache benutzxend, scheint einen Anspruch einen Anspruch auf Wissenschaftlickkeit immer unhaltbarer zu machen. Der Begriff “Schizophrenie”, seit Kraepelin im deutschen Sprachgebiet zu machen. Der Begriff “Schizophrenie”, seit Kraepelin im deutschen Sprachgebiet eine nosologische Einheit bezeichnend, deckt nun “nicht einmal mehr eine Gruppe ihrem Wesen nach verwandter Krankheiten, vielmehr erscheint sie einfach als eine Form menschlichen Scheiterns, kurz als eine der zahlreichen Möglichkeiten der Nichtbewä