You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Titel dieser Arbeit des bekannten Schweizer Psychiaters wirft sofort die Frage auf, wieweit der Begriff “endogene Psychose” noch gebräuchlich ist und wieweit er noch eine nützliche Funktion zu erfüllen vermag. In den USA hat der Rezensent den Begriff währen der letzten drei Jahre praktisch nicht mehr gehört und in dem “Diagnostischen Handbuch der Amerikanische Psychiatrischen Gesellschaft”, dem allgemein anerkannten Leitfaden fü psychiatrische Diagnostik, findent man etwa als diagnostische Kategorie für eine schizophrene Erkrankung die Bezeichnung “schizophrenic reaction”, worin bereits deutlich die Abkehr von der Vorstellung der “Endogenität” zum Ausdruck kommt.
In dem kleinen Buch von Wyrsch steht jedoch das Wort endogen nicht in Anführungszeiche. Die von Kraepelin aufgestellte nosologische Einheitlichkeit der beiden sogenannten endogenen Psychosen Schizophrenie und Zyklothymie wird von ihm nicht grundsätzlich in Frage gestellt, und seine Arbeit bringt im wesentlichen historische Anmerkungen zur Entwicklung und Auskristallisierung dieser Auffassung. Ernennt viele Namen und referiert viele Gedankengänge, darin seine große Belesenheit widerspiegelnd. Psychotherapeutische Aspekte bleiben—verständlicherweise—weitgehend unberücksichtigt.