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Von dem als 12bändiges Werk vorgesehenen “Handbuch der Psychologie” ist vorerst der dritte Band erschienen. Er behandelt, von H. Thomae betreut, die “Entwicklungspsychologie”. In einem ersten Teil (Grundbegriffe, Geschichte, Methoden) werden vom Herausgeber selbst die Problematik des Entwicklungsbegriffs nd der Entwicklungstheorie einerseits, die speziellen entwicklungspsychlogischen Forschungsmethoden andererseits dargestellt—und zwar in vorbildlich klarer und besonnener Weise. Thomae definiert den psychologischen Entwicklungsbegriff als “Reihe von miteinander zusammenhängenden veränderungen, die bestimmten Orten des zeitlichen Kontinuums eines individuellen Lebenslaufs zuzuordnen sind”. Er schließt sowohl Reifungsvorgänge, d. h. Prozesse der “endogen gelenkten Ausformung eines besstimmten Endzustandes” wie auch Lervorgänge als “Inbegriffe der von der Erfahrung gelenkten Anpassungsschritte der Persönlichkeit” in sich. An den Tatbestand der Entwicklung theoretisch verdeutlichenden oder umgrenzenden Modellvorstellungen unterscheidet er sechs Typen: Entwicklung 1. als Stufenfolge, Gestaltwandel, Metamorphose; 2. als Wiederholung ähnlicher Verhaltensweisen, Einstellungen, Haltungen usw. in ähnlichen Intervallen; 3. als Differenzierung und Strukturierng bzw. Zentralisierung; 4. als Schichtung; 5. als Prägung oder Verfestigng und 6. als aktive Gestaltung. Mit Recht meint Thomae, es könne keines dieser Modelle entbehrt werden, keinem eigne aber auch ein legitimer Totalitätsanspruch Die entwicklungspsychologischen Methoden ordnet er, nach einer kurzen prinzipiellen Erörterung des Verhältnisses von experimenteller und nicht-experimenteller Methodik, nach dem Gesichtspunkt, ob die Beobachtungen in Situationen mit fehlender bzw. geringer oder mit weitgehender Kontrolle der Beobachtungsbedingungen erfolgen, wobei die mannigfachen bislang ausgearbeitete Formen sorgfältig berücksichtigt werden und den Kombinationen der Einzelverfahren (Querschnitt und Längsschnittuntersuchungen,