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Der Verf. betrachtet Heilpädagogik “immer noch als Ziel”, das trotz 100 Jahren Hilfsschule noch nicht erreicht sei. Er möchte Material zusammentragen, auf das sich eine Heilpädagogik stützen kann, und schreibt sein Werk als “Ergebnis eines der Heilpädagogik gewidmeten Lebens”, teils in praktischer
Arbeit, teils in Leitung der staatlichen Lehrerausbildungskurse in München (Seite VII, V).
Der Rahmen dieser heilpädagogischen Einführung ist sehr weit gespannt. In einem ersten Teil werden “Vorausset-zungen und Grundlagen” besprochen (darunter “Reflex, Instinkt und Trieb, Wille und Intelligenz, Wachsen, Reifen, Lernen bei Tieren, Psychische Energie, Ausfallserscheinungen, Geläfigkeit, Psychische Zuverlässigkeit, Nichtgebrauch der Organe und Fähigkeiten”, u. a. m.). “Wer erziehungsfähig ist”, definiert der Verf. hier (Seite 72), “also auch der erziehungsfähige Hilfsschüler, ist nicht schwachsinning.” “Der Einsatz der Kräfte ist das schwerste, was dem Kinde zugemutet werden kann … der Einsatz ist täglich und stündlich zu erkämpfen und erst möglich, wenn Überwindung und Durchburch, also ein Sieg über die negativen Bindungen und Strömungen erfolgt” (Seite 51). Der Verf. bespricht dann: “Behinderungen, Leistungsgrenzen, vom Ausfall und Fehler ausgehende Heilpädagogik, behinderte Sinnestätigkeit, Personalbogen, Erhebungen über behinderte Schüler”. Der heilpädagogischen Didaktik sollen damit psychologische und psychopathologische Grundkenntnisse vermittelt werden, um hinter der “Anfangsphy-siogomie” die Natur der jeweiligen Symptome zu erkennen. Mit “Erleben, Zeit und glücklichen Umständen” soll z.B. “das große Stück Erzieherarbeit” geleistet werden, “um schwach anklingende Gefühle oder zu stark vorhan-dene Gefühle oder zu stark vorhandene Gefühle zur normalen Stärke zu bringen, um zwischen falsch anklingenden Gefühlen und irregeleiteten Willensstrebungen Harmonie herzustellen” (Seite 97). “Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Erziehung immer weicher und lockerer” (Seite 110). U