You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es handelt sich um einen statistischen Zwischenbericht innerhalb umfassenderer
Längsschnitt-Untersuchungen über Jugendliche, deren erste Resultate 1954 in “Deutsche Nachkriegskinder” veröffentlicht wurden. Gesichtspunkte: Schulentlassungsalter, körperliche Entwicklung und Habitus, Berufswahl, Persönlichkeitseigenschaften, familiäres Ausgangsmilieu. Wichtigste Ergebnisse: Durchschnittliche Berufsreife 15. Altersjahr. Eher günstige Auswirkung der Akzeleration. Wesentliche Unterschiede maßgebender Faktoren bei Knaben und Mädchen. Eindeutiger Zusammenhang zwischen negativer Berufsentwicklung und gestörtem Familienmilieu. Forderungen: Wohldurchdachte Gestaltung eines fakultativen 9. Schuljahres. Ausbau des schulärztlichen und -psychologischen Dienstes. Günstigere Voraussetzungen innerhalb Lehrstätten und Berufswahlschulen, verbunden mit enger Zusammenarbeit von Arzt, Psychologe und Ausbildungsleiter. Herauslösung der Berufsausbildung aus dem Bereich der privatwirtschaftlichen Interessen. Besondere menschliche Eignung des Ausbildenden.
Erhebungen und Interpretation erfolgen auf Grundlage der Bewußtseins-psychologie. Tiefenpsychologische Einsichten werden nicht verwertet. So kommt es zu Formulierungen wie: “Aus der Anamnese ist bekannt, daß seine Kleinkindzeit normal verlief, außer daß er lange ein Bettnässer war und schlafwandelte.” Wenig Aussagewert besitzt z. B. die Einteilung des Familienmilieus in “geschlossene”, “zusammengehaltene” und “aufgelöste” Familien, wenn sie auch nicht rein äußere Faktoren in Betracht zieht. Der Qualität der Beziehungen wird zu wenig Rechnung getragen. Vergleiche dazu etwa auch die Studien René Königs zur Berufswahl von Mädchen aus vaterlosen Familien. Interessant wären sorgfältige, tiefenpsychologisch fundierte Untersuchungen über negative Berufs-entwicklungen aus “geschlossenen”, positive aus defizienten Familien.
Die Besinnung angesichts des hohen Prozentsatzes beruflicher Verlaufsformen mit ungünstigem Ergebnis (20%) setzt “das sorgfälti