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Seit langem schon haben sich verschiedene Wissenschaften—und vor allem die Tiefenpsychologie—mit dem Problem des “Leitbildes” befaßt. So verschieden dieser Begriff auch gedeutet und definiert wurde, kam jede Untersuchung doch zu dem Ergebnis, daß Leitbilder zu allen Zeiten das Fühlen, Denken und Handeln des Menschen bestimmten.
Im vorliegenden Buch wird der interessante Versuch unternommen, die gesamte Bewegung der Gesellschaft—ja, alle Phänomene der Welt als Vorgänge von Leitbild-Einflüssen zu erkennen.
Der Verf. sieht im Leitbild des Menschen das Resultat von Lebenserfahrungen, wobei es immer wieder die Nachrichten sind, die Neuorientierungen bewirken; es heißt hier: “Die Bedeutung einer Nachricht liegt in der Veränderung, die sie im Leitbild erzeugt.” Da der Mensch heute Tag für Tag von den Massen-Nachrichtenmitteln erfaßt wird, und da sich niemand mehr der meinungsbildenden Kraft von Presse, Rundfunk, Film sowie anderen publizistischen Erzeugnissen entziehen kann, ist das Thema des Leitbildes überaus aktuell geworden.
Boulding unterscheidet nun zahlreiche Leitbild-Arten voneinander—etwa räumliche und zeitliche, persönliche und gesellschaftliche Leitbilder. Bei allen diesen Bild-Prägungen spielen unbewußte