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Der Band enthält einen Vortragszyklus des Winters 1958/59 von Vertretern der verschiedensten Disziplinen zum Rahmenthema. Die Angst, nach Freud “die entsetzlichste aller Unlustempfindungen” und in der Psychoanalyse ein Hauptthema, wird in der Psychologie Jungs vergleichsweise nur sporadisch behandelt. Aus dieser Studie wird deutlich, daß die Diskussion der Angst-The-matik auch in der Analytischen Psychologie an Bedeutung gewonnen hat.
Hediger spricht zunächst über “Die Angst des Tieres”. Man habe es im Tierreich normalerweise fast ausschließlich mit Furcht zu tun. Bei dauernd und überall drohenden Feinden werde es jedoch schwierig, Furcht- und Angst-zustände noch klat zu trennen. “Das erste, was die Natur verlangt, ist, sich fürchten zu lernen” (Seite 15). Die Furcht-oder Angstsituation des Psychologen werde vom Biologen Fluchtsituation genannt; “nicht nur die Sinnesorgane und diejenigen der Fortbewegung, sondern so gut wie alle Organe sind auf diese zentrale Situation fokussiert” (Seite 19). “Die Flucht und ihr Nährboden, die Fluchtbereitschaft, bilden das Alpha und Omega des tierlichen Daseins unter natürlichen Bedingungen.” “Was sich nicht fürchtet, nicht vor Feinden flüchtet, ist im Kampf ums Dasein verloren” (Seite 24/25). Dagegen ist “neben der Selbstbefreiung des Menschen aus dem urtümlichen Funktions-kreis der Flucht die Domestikation einzelner Tierarten durch deren Befreiung aus dem Fluchtzwang das größte biologische Experiment der Menschheit” (Seite 27). Da nach Kretschmer auch beim Menschen “gerade der Angsteffekt es wie kein anderer vermag, die untersten atavistischen Untergründe des psy-chophysischen Apparates aufzuwühlen und elementare Schutz- und Abwehrmechanismen jeder Art mobil zu machen”, plädiert Hediger für Vergleichs-untersuchungen tierischon Normalver-haltens durch Psychologen und Ärzte (Seite 33).
Zulliger behandelt “Die Angst des Kindes” anekdotenhaft an Hand von Beispielen. Dabei kommen als modi der Angstverarbeitung heraus: Totstell-reflex, L