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Der Verlag bringt die 3. Auflage einer Freud-Biographie von Alexander Mette, die anläßlich des 100 Oeburtstags Freuds zum erstenmal veroffentlicht wurde. Über den Inhalt und die politischen Tendenzen dieser Schrift wurde in die ser Zeitschrift schon ausführlich berichtet (Bd. X, 1956/57, S. 932 ff.).
Die neue Auflage wurde durch einen Anhang erweitert, der drei bereits früher veröffentlichte Zeitschriftenbeiträge des gleichen Autors über Freud und Pawlow enthält.
Die Tendenz zur Verabsolutierung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen im Bereich der Tiefenpsychologie gehört zu den Wesenseigentümlichkeiten des Verf. Man findet sie auch in seinen frühen Arbeiten über Freud, in denen er Nietzsche begeistert als Vorgänger Freuds feiert. (Zum Beispiel in seinem Vortrag vor der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft über “Die Psychologic des Dionysischen”. — Abgedruckt in Imago, Bd. XX, 1934.)
Die Kritik, die in der vorliegenden Schrift Mette an Freud und der Psychoanalyse übt, ruft die Erinnerung an die im kommunistischen Bereich immer wieder geforderte und geübte politische Selbstkritik wach. Der ehemalige Anhänger des “Freudismus”, so wie sich Mette in dieser Auflage seiner Schrift (Seite 77) selbst bezeichnet, legt sein Bekenntnis zum Dialektischen Materialismus in der Form des “Pawlowismus” ab.
Wenn der Verf. gegen seine Tendenz, eine wissenschaftliche Forschungsmethode — wie die Psychoanalyse — als ein politisches Programm zu erleben, selbstkritisch Stellung nimmt, so kann man ihm nur Recht geben. Der “Freudismus”, den er in seinen Arbeiten schildert und wohl auch früher vertrat, hat sehr wenig mit der wissenschaftlichen Methode der Psychoanalyse zu tun.
Er leistet aber der wissenschaftlichen Anerkennung der Forschungsmethoden und -ergebnisse I. P. Pawlows keine guten Dienste, wenn er sie wiederum wie früher den “Freudismus” zu einem politischen Programm entwertet.