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Mit der Arbeitsweise Hills aus der Nähe vertraut, hat H. Stierlin durch die Übersetzung des unter dem Originaltitel “Psychotherapeutic intervention in schizophrenia” erschienenen Buches einen größeren deutschen Leserkreis mit einem amerikanischer Psychiater bekanntgemacht, der hierzulande zu wenig gekannt wird. Der inzwischen, während der Drucklegung der deutschen Ausgabe, verstorbene Autor spricht von der schizophrenen Lebensorientierung, dem “schizophrenic way of life”, und was geschieht, wenn Patient und Arzt zusammentreffen. Dieses Thema steht im Mittelpunkt seiner Überlegungen. Die Kapitel über die Behandlungstechnik zeigen einen ebenso bescheidenen wie scharfsichtigen Therapeuten. Es ist bemerkenswert, daß Hill das erste Kapitel der Frage widmet: “Wie wird man Psychotherapeut?” Wie sich der Psychiater verhält, was er denkt, fühlt und will, ist in diagnostischer und therapeutischer Hinsicht von größter Bedeutung. Wirklichkeitsnah wird hier nicht von idealen Forderungen ausgegangen, nicht davon, wie ein Psychiater sein sollte, sondern Hill beginnt mit den Schwierigkeiten, die entstehen, wenn der junge Psychiater mit Geisteskranken zusammentrifft. Wie und warum ein Medizinstudent Psychiater-Psychotherapeut wird und welche Wege er findet, um mit den gewaltigen Eindrücken, die auf ihn zeitlebens einstürmen, fertigzuwerden, wird nicht umsonst am Anfang besprochen. Hill wendet den psychoanalytischen Bezugsrahmen auf den Psychiater wie auf den Patienten an und fragt, wie der Psychiater mit seinen Konflikten im allgemeinen und im besonderen mit den Belastungen fertig wird, die sich aus der Beziehung zum Schizophrenen ergeben. Dadurch wird die Kluft zwischen Geisteskrankheit und Normalität oder, um mehr im Sinne von Hill zu sprechen, zwischen Schizophrenen und Psychiater verkleinert, ohne völlig zu verschwinden.
In gewisser Hinsicht sieht Hill in der Schizophrenie eine Neurosenvariante