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Der erste, kasuistische Teil dieses Buches (welches “die erheblich gekürzte Habilitationsschrift” des Autors aus dem Jahre 1957 darstellt, wie er im Vorwort sagt) beginnt mit drei glänzend geschriebenen Krankengeschichten, die sofort zeigen, wie neu die Probleme
der Alkoholhalluzinanten vom Verf. gesehen werden. Nach der Darstellung des jeweiligen Trinkercharakters, der familiären und persönlichen Vorgeschichte und sozialen Stellung des Patienten beschreibt er ausführlich den Beginn der Psychose mit Schlafstörung und Angst, mit der “Regie der Psychose”, der “Faszination” durch ein Thema und mit der dramatischen Selbst-besinnung des Subjekts, die Bilz als symbolische Wiedergeburt und damit als Selbstheilungsversuch auffaßt. Er spricht vom “spezifischen Mosaik der Zuordnungen” bei den Alkoholhalluzinanten wegen der auffälligen über-einstimmung der Psychosen in diesen Belangen. Im Anschluß an seine eigenen Fälle berichtet er über die Alkoholhallu-zinosen nach Carl Wernicke aus der Breslauer Klinik im Jahre 1900 und es gelingt ihm, auch hier diese typischen Zuordnungen zu zeigen.
Im zweiten Teil, den epikritischen Erörterungen, spricht Verf. zunächst über “vergleichende Psychiatrie der Alkohol-halluzinosen”. Es ist in der Tat in hohem Maße überraschend, welch große Ähnlichkeiten nicht nur bei den Kranken des Autors selber zu finden sind, sondern auch zwischen ihnen und den Fällen von Wernicke und Bonhoeffer bestehen. Der Verf. stellt überzeugend dar, wie diese Kranken vor dem Ausbruch der Psychose in Konflikt mit einer höheren Ordnung geraten waren, die er die Brot-Ordnung und die Ehe-Ordnung nennt. Er vergleicht das dramatische Geschehen in der Psychose selber mit dem “Haberfeldtreiben” in Ober-bayern und dem französischen “Chariyari”, wo eine nächtliche Rüge-Justiz ausgeübt wurde, und er spricht deshalb von der Haberer-Schablone in den Alkoholhalluzinosen, d. h. er will in den psychotischen Phänomenen die anthropologische Untermauerung zeigen. Im folgenden Kapitel wi