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Zu den Problemen, die jede Epoche aus ihrem Weltbild heraus neu ordnen und begrifflich umreißen muß, gehört das der menschlichen Willensfreiheit. In unserer Zeit haben insbesondere die fortschreitenden empirischen Erkenntnisse der Tierverhaltensforschung sowie der Tiefenpsychologie eine neue Diskussion des Verhältnisses zwischen Notwendigkeit und Freiheit im menschlichen Denken und Handeln ausgelöst. Drei Autoren, mit denen sich die Verf. des vorliegenden Werkes in der ersten Hälfte kritisch auseinandersetzt, sind in dieser Hinsicht letzthin besonders hervorgetreten: Maurice Pradines, Etienne de Greeff und Poul Ricoeur. Die beiden ersten versuchten zu zeigen, wie die “Freiheit aus dem Biologischen herauswächst”, daß sie Ergebnis der mutativ verlaufenden phylogenetischen Entwicklung (Pradines) ist (Seite 19) bzw. aus den Instinkten durch Sublimierung der Selbstbehauptungstriebe (Seite 46) entsteht.
Beide stehen dabei auf dem Boden einer dualistischen Lehre, d. h. Materie und Geist oder Körper und Seele sind für sie zwei wesensmäßig verschiedene Substanzen, die allerdings in einer notwendigen Hinordnung zueinander stehen. P. Ricoeur hingegen wählt nicht das Biologische als Basis, sondern die “Subjektivität”, die Seinsweise des Psychischen, den “Subjekt-Körper”, den er dem “Objekt-Körper” gegenüberstellt (Seite 67 und 68). R. glaubt, dadurch dem Dualismus aus dem Wege zu gehen.
Mit Recht hebt aber die Verf. hervor, daß er ihn letztlich nicht vermeidet,