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Die jüngste Veröffentlichung Zulligers behandelt die wichtigsten Probleme der Vorpubertät und Pubertät bei der männlichen und weiblichen Jugend. Sie zeigt die Hintergründe der häufig auffälligen Verhaltensweisen und gibt Hinweise für pädagogische Maßnahmen, die dieser Alterstufe gerecht werden.
Die psychologische Aufgabe der Pubertät ist die Lösung der kindlichen Bindungen an das Elternhaus. Der Jugendliche muß die Fähigkeit erwerben, selbständig neue Bindungen an den Liebes-partner, an einen gewählten Beruf und—allgemeiner gesagt—an die Werte und Normen der Erwachsenenwelt eingehen zu können.
Beim Jungen erwacht in der Vorpubertät ein starker Drang nach Entfaltung der Sinnestätigkeit und der körpenlichen Kraft. Er sucht das Abenteuer, das oft durch die damit verbundene Überschreitung der Gesetze oder der elterlichen Verbote einen besonderen Reiz erhält. Auch die Mädchen tendieren zu einer jungenhaften Verhaltensweise und sind häufig mit ihrer weiblichen Rolle unzufrieden. Der Junge versucht die eigene Notsituation (Beunruhigung durch die körperlichen Veränderungen, Unsicherheit, Opposition gegen die bisher bestehenden Normen) durch Zusammenschluß zu Horden und Banden zu bewältigen, wobei der (kräftigste, geschickteste) Anführer das gemeinsame Ideal der sich untereinander und mit dem Anführer identifizierenden Mitglieder darstellt. Der Lehrer, der in seiner Klasse einer derartigen Bande begegnet, muß versuchen, diese Identifizierung auf sich zu ziehen. Imponiert der Lehrer der Gruppe, wird er ihr Ich-Ideal, kann er die destruktiven Ziele der Bande in kulturelle Ziele umlenken. Er kann sich selbst in die Notsituation miteinbeziehen (mit dem Hinweis auf das gemeinsam zu erarbeitende Pensum oder die gemeinsame Vorbereitung einer Aufführung oder anderer Aufgaben) und damit der Verbündete der Schüler werden.
Die Pubertät stellt dem Mädchen die Aufgabe, die eigene Weiblichkeit endgültig zu akzeptieren. Mit der Verliebtheit in den eigenen Körper, die sich in dieser Zeit stärk