You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Verf. berichtet von einem Versuch, die Hintergründe eines kriminellen Gruppenverbrechens tiefenpsychologisch aufzukláren. Es handelte sich um eine Bande Jugendlicher, die in den Nachkriegsjahren in einer süddeutschen Großstadt ihr Unwesen trieb und im Vollzug der Gruppenmentalitát drei Morde an eigenen Mitgliedern durchführte.
Eindringlich wird mit den instruktiven Lebensstudien der Hauptpersonen die unheilvolle Verflechtung ihres persönlichen Schicksals mit ihrem Lebensmilieu aufgezeigt.
Wenn die Schrift auch erst Jahre nach dem Urteilsspruch erscheint, so wáre ein Zweck schon damit erfüllt, daß sie noch nachtráglich zur Beunruhigung der Richter beitrágt, die in der Verhandlung und Urteilsfindung die entwurzelten, haltlosen und unausgereiften Jugendlichen als “Mordbuben” für voll verantwortlich erklárten. Zudem gibt das Bemühen der Verf. den Verurteilten wenigstens den Trost, den sie schon bei den Vernehmungen in den Strafanstalten staunend und dankbar empfanden, daß trotz allem Geschehen für sie — jenseits der Strafe — noch Möglichkeiten eines neuen Beginnes auf sie warten.
Die anklagenden Worte, die Verf. resümierend an die Gesellschaft richtet, zeigen die weiten Aspekte auf, welche jede echte Auseinandersetzung mit dem Problem unserer Jugendkriminalitát eröffnet, und deren Berücksichtigung eine Voraussetzung einer echten “Prophylaxe des Verbrechens” (Meng) darstellt. Verf. weist abschließend mit Recht auf die Notwendigkeit einer tiefenpsychologischen Ausbildung aller derer hin, die mit neurotisch gestörten und verwahrlosten Kindern und Jugendlichen zu tun haben, wobei sich die analytische Betreuung in besonderem Maße den Inhaftierten in den Strafanstalten zuwenden sollte, um deren Entwicklung zum Rückfallverbrecher vorzubeugen.