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Das Buch gibt einen recht anschaulichen Einblick in die Gedankenwelt der buddhistischen Religion Tibets. Viele indische und tibetanische Quellen und praktische Erfahrungen des Autors liegen der Bearbeitung des Themas zugrunde. Man vermißt allerdings ein entsprechendes Literaturverzeichnis. Der Verfasser gibt sich als tibetanischer Lama aus und isr offenbar deutschsprachiger Abstammung. Im Gegensatz zu anderen Büchern über dieses Thema wird nicht über persönliche Erlebnisse berichtet.
Den Betrachtungen ist die Gebetsformel (oder Mantra): “Om mani padme hum” zugrunde gelegt. “Om” bedeutet die Befreiung von den drei Graden des Bewußtseins: Wachbewußtsein, Traumbewußtsein und Tiefschlafbewußtsein, in der Selbsthingabe an das befreiende Göttliche, welches als universales Bewußtsein gekennzeichnet wird.
“Mani” kennzeichnet die weltliche Handlung, welche notwendig ist, um das Herz dafür zu erschließen, daß sich das Göttliche hineingießen kann. Verfasser beschreibt bierbei auch die psychologischen Vorstellungen näher, wie sie zur Erklärung dieses geheimnisvollen Vorganges benutzt werden. Die seelischen Qualitäten werden eingeteilt in sieben Bewußtseinsstufen, in fünf Elemente und in sechs dynamische Ausrichtungen auf die Außenwelt.
Unter dem Wort “padme” wird die geistige Entfaltung geschildert, welche eintritt, wenn der Mensch für das Göttliche erschlossen ist. Wie diese Entwicklung sich praktisch vollzieht, wird allerdings nicht mitgeteilt. Die beschriebenen heiligen Gesten, heiligen Laute und Vorstellungen von bestimmten Bildern sollen nur dann wirksam sein, wenn sie miteinander und nur wenn sie in bestimmter geistiger Haltung und Einstellung des Herzens ausgeführt werden. Man fragt sich dabei, ob dieser inner-seelische Vorgang nicht auch ohne die Vorstellung z. B. einer Lotosblüte, bestimmter Buchstabenreihen und Götterbilder möglich sein kann. Verfasser behauptet, daß die vielen Götterbilder nur Ausdruck eines bestimmten seelisch-geistigen Vorganges seien. Möglicherweise