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Gewissermaßen als Einleitung zu dieser neuen, von der üblichen in mancher Hinsicht vorteilhaft sich abhebenden “Psychopathologie der Sexualitat” diskutiert Giese zunädist den Krankheits-begriff, dessen Problematik sich gerade im Bereich der menschlichen Sexualität auswirkt. Um dieser Problematik angemessen begegnen zu können, reicht die naturwissenschaftliche Methodik nicht aus, der wohl die im Bereich der sexuellen Funktionen sich manifestierenden Folgen somatischer Krankheiten zugänglich sind, nicht aber personale Haltungen, Lebensstile u. ä. Deren Erkennung verlangt geisteswissenschaftliche Untersuchungsweisen. Giese diskutiert die von Schwarz seinerzeit vorgeschlagene Unterscheidung zwischen der “Krankheit” und dem “Kranksein” Jedoch trägt sein eigener glücklicher Griff weiter, der zwischen dem das perverse Verhalten und in eins die “Autonomie des Krankseins” konstituietenden “personalen Zerstören” und dem Verfehlen oder Mißlingen einer Leistung differenziert. Mit diesen klaren und überzeugenden Erörterungen legt Giese das sich im vorliegenden ersten Teil durchhaltende hohe Niveau fest. Das erste Kapitel; mit “Tendenzen der Welt” über-schrieben, enthält drei Abhandlungen. Zuerst geht F. Herrmann diesen Tendenzen “im Wandel der Kulturen” nach. Er ordnet die irgendwie abweichenden Weisen sexuellen Verhaltens in die übergreifenden, durch Wirtschaft, Recht, Religion, Magie, Vorherrschen der männlichen oder weiblichen Wesensart mitbestimmten primitiven Kulturtypenen, ein ohne indessen die “universalge-schichtliche Betrachtungsweise” zu vernachlässigen. So sehr er sich dabei den modernen zumal amerikanischen ethnologischen Richtungen und ihrem differen-zierten Vorgehen verpflichtet weiß, so entschieden bewahrt er auch ihnen gegenüber eine kritische Besonnenheit. Leitend für die Betrachtung der frühzeitlichen Zustände ist die These, daß man “auf jeden Fall … mit einer fortschreitenden somatischen Differenzierung der Geschlechter im Verlaufe der Menschheitsgeschichte zu