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Pharmakopsychologie ist “die Lehre von der Beeinflussung seelischen Lebens durch dem Körper zugeführte chemisch wirkende Stoffe”. Davon gibt Lippert in der Tat, soviel ich weiß, die erste umfassende vorzügliche Einführung. Sie muß sich vorerst noch, wie er selber sagt, mit einem “Aneinanderreihen von Erfahrungen” begnügen, weil eine “echte theoretische Verknüpfung und Durchleuchtung” fehlt. Er orientiert sich vorwiegend am System von Lersch und breitet zunächst sachlich und klar das Material aus, das heißt die direkten und indirekten pharmakologischen Einwirkungen auf Verhalten und Erleben. Als solche unterscheidet er Triebe, Strebungen, Gefühle, Stimmungen, Empfindungen, Wahrnehmungen, Vorstellungen, Gedächtnis, Denken, Handeln (Arbeit, Sport, Verkehr, forensische Pharmakopsychologie), Ausdruck, Bewußtsein (Schlaf, Narkose, Grenzzustände zwischen Wachbewußtsein und Schlaf), Pharmakocharakterologie (Individuum und Typus, pharmakogene Charakter-veränderungen, Sucht, volksmäßige Differenzen), Pharmakopsychologie der Entwicklung und der Kultur (Religion, parapsychische Erscheinungen, Kunst, Politik usw.). Da sich die pharmakologischen Einwirkungen auf die seelischen Bereiche vor allem in abnormen und pathologischen Erscheinungen manifestieren, nehmen diese einen großen Raum ein. Der überwiegende Teil des Buches ist aus dem eingangs erwähnten Grunde referierend. Nur im Kapitel über die “allgemeine Methodik der Pharmakopsychologie” entwickelt der Verf. eigene Gedanken über die gestaltenden Faktoren des psychischen Wirkungsbildes eines Pharmakons und die Besonderheiten des pharmakopsychologischen Experimentierens, wobei auch die Versuche an Geisteskranken (wiederum referierend) und Tieren berücksichtigt werden. Den Abschluß bildet die Darstellung der Beziehungen zwischen chemischer Struktur und psychischer Wirkung einiger Pharmaka und ein sehr umfangreiches Literaturverzeichnis.