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Die lose geordnete Studie stellt zunächst alle Fakten über den lesbischen Trieb, über Umwelt und Anlage zusammen. Über das Ausmaß der Verbreitung gibt es kein klares Bild, da vieles im Dunkelfeld bleibt, auch, weil die lesbische Betätigung strafrechtlich so gut wie nicht relevant ist, außer in Österreich. Amerika hat dem Problem offenbar mehr Interesse entgegengebracht als gemeinhin die Europäer. Von Hentig weist auf seine erhöhte Bedeutung in Kriegs- und Nachkriegszeiten hin und gibt eine bedenkenswerte Deutung: “Es ist unentschieden, ob hinter Kriegswut und sexueller Unstimmung nicht eine gemeinsame größere Ursache steht, denn beiden Erscheinungen liegt die Neigung zur Selbstauslöschung zu Grunde.” Natürlich komme es durch den nachkriegsbedingten Frauenüberchuß auch eher zu einer Mobilisierung von latenten lesbischen Anlagen.
Wenn die klassische lesbische Umwelt das männerlose Frauengefängnis ist, in das Wärterinnen, aber auch Mädchen, die sich zu diesem Zweck strafbar machen, aus lesbischem Interesse drängen, dann mag es nicht verwundern, wenn die übrigen Insassen aus Mangel an anderen sexuellen Reizen ihnen leicht verfallen. Doch genügt dieser Mangel oft als einziges Motiv, um Gefangene zur zeitweiligen Tribadie zu bringen. Die andere Insel der Lesbierin ist der Beruf: Friseusen, Verkäuferinnen, Sportlerinnen, Masseurinnen und die verschiedenen Formen weiblicher intellektueller Berufe. Beim lesbischen Trieb wird unterschieden die unbewegbar festgelegte Anlage und die freischwingende, die “federnde Neigung”, die nach verschiedener Richtung schaltbar und schwerer zu erkennen ist. Als dritte Möglichkeit gilt die “organisch kreisende” Neigung, die, den biologischen Prozessen des Weibes, wie Schwangerschaft etc. unterworfen, bald hier, bald dorthin ausschlägt. Obschon bei der Behandlung der Theorie und Praxis