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Während viele Krankheiten seltener wurden oder in weniger schwerer Form auftraten, hat die Häufigkeit des Zwölffingerdarmgeschwürs in den letzten fünfzig Jahren stetig zugenommen. Gegenwärtig schätzt man, schreibt die Verf., die Zahl der Ulcuspatienten in England auf annähernd eine Million. Welche Faktoren liegen dieser fast seuchenhaften Zunahme des Ulcus zu Grunde? Kann uns die Familiensituation, in der ein Ulcuspatient aufwächst, Aufschluß über die Genese dieses Leidens geben?
Um dieser Frage nachzugehen, untersuchte die Verf., ein “psychiatric social worker”, die Familien von 32 jugendlichen männlichen Ulcuspatienten. Sie führte wiederholte Interviews mit allen Familienangehörigen und fertigte Test-Profile an, wobei sie von einem Psychiater und einem Psychologen unterstützt wurde. Sie untersuchte weiter, um eine Vergleichsbasis zu haben, 32 Familien, in denen ein Sohn entsprechenden Alters ohne Ulcus vorhanden war. Die beiden Familiengruppen entstammten dem gleichen sozialen Milieu: der unteren englischen Mittelklasse. Beide Familien lebten in derselben städtischen Umgebung.
In kürzester Zusammenfassung kommt die Autorin zu dem folgenden Ergebnis:
Die Ulcuspatienten wuchsen in verhältnismäßig stabilen Familien auf. Dyspepsien und psychosomatische Symptome kamen darin häufig vor. Als Organisatorin und letztlich entscheidende Autoritätsfigur spielte die Mutter in diesen Familien meist eine zentrale Rolle. Sie neigte dazu, ihren Sohn sehr stark an sich zu binden. Der Vater wurde oft in die Rolle des älteren Bruders gedrängt, der nur selten als ein bewundertes Vorbild zu dienen vermochte.
Ulcuspatienten, schließt die Autorin, sind demnach typischerweise oft “brave Kinder”, die es schwer haben, sich aggressiv gegen andere durchzusetzen.
Die zwei Typen des Ulcuskranken, die konventionellerweise herausgestellt werden, fügen sich verhältnismäßig leicht in diese Konstellation ein: nämlich einmal der Typ des äußerlich ehrgeizigen, oft überkompensierenden Abhängigkeitsverneiner