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Bei seinem Vergleich der Möglichkeiten einer psychiatrischen Untersuchung und einer psychoanalytischen Probezeit für die Indikationsstellung zur Analyse kommt Parin zu dem Schluß, daß „die Beachtung dynamischer Faktoren, die sich während einer Probezeit zeigen, eher als die psychiatrische Diagnose allein, dazu führen, daß man die Anzeige zur Psychoanalyse richtig stellt“ (Seite 386 f). Dieser Schluß beruht auf einer extremen Gegenüberstellung von „psychiatrischer Diagnose“ und „dynamischer Betrachtung der Persönlichkeit“ (Seite 368 f).
Von einer „dynamischen Diagnose“ fordert Parin, sie müsse das Verhältnis des Ich zum Trieb und Überich berücksichtigen, bzw. abzuschätzen versuchen,
„ob ein vernünftiger, der Realität angepaßter Anteil des Ich vorhanden ist,
welche Elastizität das Ich aufweist, einmal bezogene Positionen zu verlassen,
welche Abwehrmechanismen gegen die Triebansprüche bevorzugt werden,
wohin die Libido vorzüglich regrediert ist,
ob die Strenge des Überich oder das Ausmaß der infantilen Triebbefriedigung (die Fixierung der Libido) eine größere Rolle spielen“.
Als äußerst wünschenswert bezeichnet Parin die Abschätzung der Stärke von Trieb und Ich (Seite 370).
Diese Anforderungen entsprechen genau denjenigen, die die neuere klinische Psychologie an die Persönlichkeitsdiagnostik mit Hilfe von Tests stellt. Sie stehen nicht nur im Mittelpunkt der Diskussion um die Interpretation projektiver Tests wie dem Rorschach-, dem Thematic Apperception Test (TAT) oder dem Wartegg-Zeichentest (WZT), sondern auch um die Interpretation eines zunächst ausschließlich als quantitativer Intelligenz-Test