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In der reichhaltigen Literatur zum Thema Lesehemmungen wird von Pädagogen, Psychologen, Neurologen und Psychoanalytikern die Aufmerksamkeit einerseits auf die unbewußten affektiven Ursachen, andererseits auf visuelle Probleme gelenkt. Amerikanische Städte haben Lesezentren mit optischen Apparaten eingerichtet und beweisen damit ihr Interesse an visuellen Problemen, während die Quellenangaben am Schluß von Artikeln über Lesehemmungen für das Interesse an affektiven Faktoren zeugen. Albert J. Harris, Educational Clinic, Queen's College, New York, machte nun darauf aufmerksam, daß es trotz allem an Beschreibungen und Klassifizierungen der verschiedenen Arten affektiver Komplexe, wie sie bei Lesehemmungen vorkommen, fehlt:
Wenn es sich nämlich herausstellen sollte, daß es bei Personen mit Lesestörungen einige Prototypen gibt, könnte man vielleicht andere damit in Verbindung stehende Probleme lösen. Ein solches Problem wäre z. B. die Bedeutung des Familienlebens bzw. des häuslichen Milieus als Ursache für Leseschwierigkeiten. So sollte man die Befunde von Helen Robinson, nämlich, daß ungünstige häusliche Verhältnisse einen der beiden häufigsten Kausalfaktoren darstellten, verfolgen. Nun hat man allerdings schon erkannt, daß es keine spezifische Familienumwelt mit ihren Verhaltensweisen gibt, die man ganz allgemein für Lesestörungen verantwortlich machen könnte. Es könnte sich aber zeigen, daß eine bestimmte Art affektiver Sperrung einer spezifischen Familienumwelt stets assoziiert ist.
Sicher ist das Anpassungsverhalten von Menschen mit Lesehemmungen eher durch Verschiedenartigkeit als durch Einheitlichkeit gekennzeichnet; ich möchte aber doch annehmen, daß die unbewußten Faktoren beim Lesen eine gewisse Einheitlichkeit aufweisen. Die beiden oben erwähnten häufigsten Kausalfaktoren, nämlich ungünstiges häusliches Milieu und visueller Defekt, sind tatsächlich unlösbar miteinander verbunden.
Meistens beginnen die Erzieher mit der Schulerziehung ga