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Der Traum, seit Freud als „via regia“ zum Unbewußten des Analysanden bezeichnet, hat diese zentrale Bedeutung nicht für die Behandlung der mannigfachen psychischen Fehlhaltungen des Kindesalters. Schon bei der Reproduktion der Träume ist das Kind im allgemeinen unzuverlässiger als der Erwachsene. Erinnerungsfälschungen, Umdichtungen nach dem Lustprinzip, konfabulatorische Ausschmückungen modifizieren den Traumtext; und selbst wenn dieser einigermaßen unverfälscht bleibt, gelingt es kaum, Kinder zum freien Assoziieren anzuleiten. Wegen all dieser Schwierigkeiten konnte sich die Traumdeutung in der Kinderpsychotherapie nicht einbürgern. Der Schlüssel zum Unbewußten des Kindes ist das Spiel, wertvolle diagnostische Hilfsmittel hält die Testpsychologie bereit. In Einzelfällen machen freilich auch im Kindesalter die hier noch wenig verschlüsselten Traumberichte eine Konfliktsituation evident, wie etwa in folgendem Traum einer fünfjährigen Enuretikerin, der uns gleich bei der ersten Untersuchung berichtet wird:
„Ich habe geträumt, mein Brüderchen (3 Jahre alt) wäre ins Klo gefallen, da war ich dabei und dann ist der Papa gekommen und hat gedrückt und hat gar nicht gemerkt, daß der drin war. Da war er weg und dann hat's ihn in den Neckar geschwommen, da hab ich gelacht…“
Solche Träume haben informatorischen Wert, wiewohl die vielfältigen Techniken der Spieltherapie ähnlich signifikante Projektionen zutage fördern und zugleich therapeutische Möglichkeiten eröffnen, die der Traumdeutung zunächst noch verschlossen bleiben.
Mit zunehmender Differenzierung und mit dem Auftreten der spezifischen Probleme des Reifealters finden wir mehr und mehr Träume von starker Symbolkraft, die gerade die Konflikte dieser Umbruchperiode eindrucksvoll darstellen und wertvolle diagnostische und therapeutische Ansatzpunkte liefern. An den folgenden Beispielen wird zu zeigen sein, wie sich die sexuelle Reifungsthematik des Pubertätsalters im Traum manifestiert und welche Möglichkeiten die Traumanalys