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Dieses Buch ist das zweite, das von Moreno in deutscher Sprache kürzlich erschienen ist; das erste war das vor sechs Jahren erschienene „Grundlagen der Soziometrie“, ein Buch, das die „Wege zur Neuordnung der Gesellschaft” beschrieb. Der vorliegende Band enthält die Geschichte und Entwicklung der Gruppenpsychotherapie und befaßt sich mit „Soziometrie” und der „Pathologie der Gruppe“. Ein weiteres Kapitel behandelt die „Gruppenpsychotherapie“, die als eine „eminent demokratische Methode” bezeichnet wird, von der Moreno behauptet, daß sie eine Weltanschauung darstellt. Für solche Leser, die sich besonders für das Psychodrama interessieren, gibt Moreno reiche Einblicke in die praktische Seite dieser neuen therapeutischen Möglichkeit, bei der die Erziehung zur Spontaneität und schöpferischen Kraft im Vordergrund steht. Das Buch enthält viele Protokolle von gruppen- bzw. psychodramatischen Sitzungen, u. a. Psychotherapie mit Schizophrenen.
Beim Lesen des Buches fällt auf, daß es auf wissenschaftlicher Grundlage beruht, die ausschließlich mit dem Namen Moreno verknüpft ist. Wohl gibt der Verf. diesem oder jenem Mitarbeiter (Europäer wie Friedemann oder Amerikaner wie Meiers) einen bescheidenen Anteil an der Mitarbeit, aber im allgemeinen fehlen alle Hinweise auf die Arbeiten anderer Kollegen und Wissenschaftler mit Ausnahme des Verfassers.
Während also viel Gutes über das Buch gesagt werden muß und der Leser eine ausgezeichnete Einführung in die Lehren und Methoden Morenos bekommt, muß doch dem Leser vor Augen stehen: Nimmt man Moreno wörtlich, dann hat er die Gruppenpsychotherapie „erfunden“, und das ist faktisch absolut unrichtig. Moreno, dessen Verdienste der Rezensent keinesfalls verkleinern will, ist nur einer von vielen, und die lange Reihe von Namen, die vor ihm, zu gleicher Zeit mit ihm, und nach ihm führend auf diesem Gebiete sich ausgezeichnet haben, werden mit (für Moreno) verständlichem Stillschweigen übergangen. S. Freud wird entweder von Moreno angegriffen ode