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Dem Verf. geht es in seinem Buch um eine Abklärung des „Begriffes der Psychopathie” (VIII, Vorwort). Ausgehend von der These „der zwei Lebensstrebungen“, der nach Ruhe (staticness) und der nach Ausdehnung (expansion), die eine dynamische Polarität genannt werden (S. 4), glaubt Verf., daß unter den verschiedenen psychopathologischen Störungen, die auf ein Überwiegen des Expansionsdranges zurückgeführt werden können, die Psychopathie an erster Stelle steht. (S. 6) Infolge der Dominanz der expansiven Strebung erlebe der Psychopath das Nicht-Ich ständig als einen „tatsächlichen oder potentiellen Teil seiner selbst“, den er nach seinem Willen („at will“) „inkorporieren” kann (S. 6). Die Vorherrschaft der Expansionstendenz kommt in diesem Sinn einer „Ich-Inflation” gleich und ist nach Meinung des Verf. rückführbar auf: (1.) ein angeborenes Fehlen der Angstreaktion, wodurch das Ins-Spieltreten von Vorgängen, wie Verdrängung, Introjektion der Eltern - Imagines (usw.) nicht zustandekommt, d. h. also keine echten und stabilen inneren Strukturen (Über-Ich usw.) erworben werden können. Oder (2.) infolge einer frühen Erfahrung der Ablehnung durch die Mutter wird reaktiv der Expansionstrieb verstärkt. (3.) kann eine extreme Vernachlässigung durch die Mutter unter Umständen eine primäre Verdrängung der „Furcht des Ich-Verlustes” (und somit der Angst, (S.10) bewirken. Und schließlich (4.) können durch übermäßige Verwöhnung, die die Ich-Abgrenzung entbehrlich erscheinen läßt, Expansionstendenz und Ich-Inflation zu Dauerhaltungen werden. Wesentlich ist dabei die Voraussetzung, daß die unter (1.) bis (4.) genannten traumatischen Bedingungen ontogenetisch sehr früh auftreten, d. h. vor Abschluß der „primären Ichbildung” (Seite 14). Treten dieselben traumatischen Faktoren zu einem späteren Zeitpunkt auf, so ergeben sich keine psychopathischen Bilder, sondern es entwickeln sich Perversionen und Neurosen (Seite 14). Auch kommt ferner nach der Meinung des Verf. den sozialen Faktoren eine w