You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Sieben teilweise auf verschiedenen Tagungen vorgetragene Referate haben die beiden Herausgeber zu diesem Band vereinigt. Nach einer prägnanten Charakterisierung der gegenwärtigen wissenschaftstheoretischen Situation der um ihr Selbstverständnis bemühten Erziehungswissenschaft versucht J. Derbolav (Problem und Aufgabe einer Pädagogischen Anthropologie im Rahmen der Erziehungswissenschaft) das Mitspracherecht der Biologie, Psychologie und Soziologie innerhalb einer Pädagogischen Anthropologie herauszuarbeiten. Er faßt ihre Beiträge als solche der Tatsachenforschung, aus der die Forderungen des altersgemäßen, funktionsgerechten, gruppen- und situationsentsprechenden Erziehens resultieren; indessen kommt ihnen lediglich eine subsidiäre Bedeutung zu. Tatsachenforschung reicht zur Bestimmung der „Erziehungswirklichkeit” nicht aus, da außer ihrem „Sein” auch ihr „Sinn” berücksichtigt werden muß. „Was Erziehung wirklich ist, erfahre ich nur, wenn ich darüber hinaus bin, über den Educandus und meine Erziehungsaufgabe an ihm in Abstraktionen zu reflektieren, oder ihn als Individuum diagnostisch bzw. pragmatisch unter allgemeine Beschreibungs- und Normbegriffe zu subsumieren; erfahre ich nur, wenn ich ihm als Du pädagogisch gegenübertrete, wenn er sich mir stellt und meiner pädagogischen Verantwortung aufgibt als jemand, der in seinen genuinen Möglichkeiten erschlossen, der zu seiner Bestimmung geführt werden soll, was freilich … wieder nur über den Weg der geleiteten Auseinandersetzung mit dem ‚Andern‘ der objektiven Gehalte geschehen kann. Das heißt also - und der eine Schritt bedingt und fordert den andern -, daß ich nicht in jener von Bollnow so einprägsam beschriebenen existentiellen Begegnung verharren darf, sondern mit meinem Partner in die konkrete geistige Arbeit an der Sache - im Bildungsgeschehen also: am konkreten Erkenntnisbestand der Wissenschaften oder Lehrfächer - eintreten, sie mit ihm gleichsam mitvollziehen muß, um ihm die Motivationsstrukturen dieser Gegens