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Der Titel des vorliegenden Bandes ist eigentümlich irreführend. Erst im Untertitel kündigt sich das eigentliche Anliegen des Autors an: eine philosophische Anthropologie, das Wesen des Menschen. Den Ausgangspunkt für die Betrachtungen Prinzhorns bildeten dabei Goethe, Carus, manche Romantiker, Schopenhauer, Bachofen, Nietzsche, namentlich Klages, vor allem dessen Metaphysik „Der Geist als Widersacher der Seele“. Zur Kennzeichnung des Standortes des Autors einige Sätze aus seiner „Persönlichkeitspsychologie“: „Für die ‚Scheidung der Geister‘ … gibt es keine unerbittlichere Probe als diese: ob das Erleben unter dem Prinzip der Polarität oder unter dem der mechanischen Kausalität gesehen wird“. „Mit dieser Gesinnung biegt das biozentrische Denken zur Gefühlsüberzeugung des mythenbildenden Frühmenschen zurück, begegnet es sich ferner mit der Lebenshaltung aller echten Dichter, ja aller Hüter uralten Menschheitsgutes.” Prinzhorn stellt sich also selbst in bewußten Gegensatz zur kausal denkenden Naturwissenschaft. Nicht die Feststellung von Ursache und Wirkung, sondern Betrachtung und Deutung ist die Methode, durch die er eine Standortbestimmung des Menschen, seine „Einbettung in Natur und Kosmos” versucht. Sein Blick gilt der Erscheinung und dem Sinngehalt; Denkmöglichkeit und Gesetzmäßigkeit betrachtet er als unwesentlich. Die Einstellung des Autors gegen die „mechanistische und formalistische” Psychologie — gemeint ist wohl im wesentlichen die Assoziationspsychologie, deren Sterilität und Zukunftslosigkeit sich indessen erwiesen hat — war zweifellos begründet. Die neuen Ansätze, die sich in Ganzheitsund Gestaltpsychologie z. Zt. der ersten Auflage der „Persönlichkeitspsychologie” 1933 doch bereits deutlich genug abzeichneten, bleiben in ihr unberücksichtigt. Im Hinblick auf die Psychoanalyse Freuds schließlich findet sich lediglich eine ablehnende Bemerkung. Prinzhorn spricht vom „Zeitwahn“, daß sich auf dem biologischen Grunde „nichts als” Sexualdrang finde, „der sich