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Wenn man von einem Buch weniger Systematik als Anschaulichkeit, weniger begriffliche Stärke als Brillanz der Darstellung, Fülle und Lebendigkeit verlangt, dann ist dies Buch ausgezeichnet. In fünf Kapiteln wird das Bild des „Gangsters” umrissen. Seine Genealogie: die Herkunft aus fremden Ländern und slums, und der psychologische Ausgangspunkt: Minderwertigkeitskomplexe, Machttrieb, schwach entwickelte Moral, und die alles überschattende Neigung zur Gewalt, innerhalb der zeitgeschichtlichen „Renaissance der Gewalt“. Seine Vorläufer sind die Banden räuberhaften Stils, die Knackerkolonnen. Die Frühformen werden ausführlich behandelt, nämlich die jugendlichen Banden, die aus Nestflucht, Freiheitstrieb, Protest, aus leerlaufenden Bewunderungsinstinkten, aus dem horror der Nichtbeachtung etc. entstehen. Das Wort „gang” charakterisiert das Wesen. In ihm klingt gleichzeitig das Maschinelle, das Mechanistische des Mühlengangs, das Ineinandergreifen des Räderwerks an, das — soweit es auch das Zusammenwirken bedeutet — das Gemeinschaftshafte des gangs kennzeichnet, der für das Mitglied, den Gangster Familie, Heimat, öffentliche Meinung und Beruf zugleich sein kann.
In den Hauptkapiteln „Das Ganggefüge“, „Die Gang-Funktion” und „Die defensive Gangstertechnik” wird die mit jeder Form der Gewalt, mit jeder Finesse moderner Technik, die mit aller Kenntnis von Jurisprudenz, Psychologie und Kalkül, und die mit jeder Möglichkeit tückischer Schläue arbeitende Brutalität, nicht zuletzt auch die Brutalität innerhalb der Ganggemeinschaft selbst unzweideutig klar.
Vor allem aber auch das Übergreifen der Syndikate in die bürgerliche Welt, ja auf die juristischen Instanzen (die Lähmung prozessualer Forschungstätigkeit), die gefährliche Verflechtung von Gesellschaft und gang, die bis zum Begräbnis des Gangsters geht; „Unter den Leidtragenden, die dem Sarg von Tom Pendergast im Januar 1945 folgten, war Harry Truman, der gerade zum Vizepräsidenten gewählt worden war. Tom war mein Freund zu jeder