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Durch die Übersetzung von “Dynamics in Psychology” wird dem deutschsprachigen Leser eine Arbeit des Mitbegründers der Gestaltpsychologie leichter zugänglich gemacht, in der eine wichtige Erweiterung der Gestaltlehre dargestellt ist. Die psychologische Forschung, die verborgene psychische Funktionszusammenhänge aufzudecken sucht, stößt auf Gesetzmäßigkeiten, die das Vorkommen von bestimmten Funktionen in einem Bereich einschließen, der nicht der phänomenologische ist; sie kann, sofern sie in rein psychologischen Begriffen bleibt, keine konkrete Anschauung von dem bestimmten Seinsbereich geben, in dem diese Gesetzmäßigkeiten tatsächlich verstanden, in Beziehung gesetzt und von allgemeinen Prinzipien abgeleitet werden könnten. Da alle psychologischen Vorgänge ein Korrelat im Gehirn haben, können solche funktionellen Beziehungen erst im Rahmen einer vollständigen und kontinuierlichen Hirndynamik konkret verständlich werden. Nach Köhlers Auffassung ist es heute möglich, die ersten Brücken vom psychologischen zum biologischen Bereich zu schlagen. An einer Anzahl von einfachen und klar dargestellten Experimenten wird aufgezeigt, daß durch die Anwendung Faradayscher Gesichtspunkte bestimmte Erscheinungen als Feldbeziehungen von Wahrnehmungsvorgängen in Wechselwirkung mit dem Hirnkorrelat verstehbar werden; die Anwendung des Feldprinzips auf Fragen des Gedächtnisses führt zu einer stark vereinheitlichten Theorie.
H. Vogel (Frankfurt/M.)