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Verf. ist Schüler von Metzger, stammt also aus der gestaltpsychologischen Schule. - Er hat 30 Enuretiker (Kinder und Jugendliche von 9-16 Jahren) mit dem Rorschach-Test untersucht. Zwei Drittel der untersuchten Fälle stammen aus der Abt. Erziehungsberatung des Psychologischen Institutes der Universität Münster, ein Drittel aus der Kinderklinik Neufahrland bei Potsdam. Es geht dem Autor um zweierlei: erstens um die Entwicklung einer verlaufs- und inhaltsanalytischen Interpretation von Rorschach-Protokollen (fußend auf Rorschachs Anregung in seiner Psychodiagnostik, 6. Auflage, S. 205/206 und 209) und zweitens (angeregt durch die Monographie Kempers über die Enuresis) um die Frage der psychischen Struktur der Enuretiker, die er mit Hilfe seiner Auswertungstechnik zu erhellen sucht.
Es ist anzunehmen, daß an dieser Stelle mehr das interessiert, was der Autor zur Struktur der Enuretiker ausführt, als seine spezielle Methode der Testinterpretation. Es soll deshalb zunächst auf seine neurosenpsychologischen Ergebnisse, deren Zustandekommen vom Verf. ausführlich und eingehend dargestellt ist, in Form einer kurzen Zusammenfassung eingegangen werden:
Bei fast allen Patienten ist eine konstitutionelle Komponente nachzuweisen, und zwar in Richtung des Epileptoiden.
Ein großer Teil der Probanden zeigt neurotische Fehlentwicklungen, jedoch mit z. T. erheblich voneinander abweichender Pathogenese (Störungen der Oralität, Störungen der Aggressivität, Ödipussituation, Kastrationskomplex, hysterische Struktur, urethrales Antriebserleben).
Trotz unterschiedlicher Pathogenese ist zahlreichen Enuretikern eine allgemeine Hemmungs-, Kontroll- und Defensivschwäche eigen, die Verf. als eine „relative Endlage” ihrer neurotischen Entwicklung auffaßt (S. 189).
Bei einer daseinsanalytischen Auslegung der Protokolle haben sich typische Verzerrungen des Weltentwurfs finden lassen („Stagnation” und „Vertikalisierung“, vgl. S. 137-157, 189).
Hauptergebnis: Es gibt keine für den Enuretiker typische Patho