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Würde man den Titel: Dynamische Psychopathologie im Kindesalter, als Anzeige einer systematischen Kinder-Psychopathologie oder eines Überblicks über den heutigen Stand der Kinder-Psychopathologie auffassen, so würde man enttäuscht. Die zwölf Beiträge verschiedener, im wesentlichen psychoanalytisch denkender Forscher sind lose, doch äußerst anregende Splitter zu einem „Bild, wo wir heute in der (amerikanischen, analytisch orientierten; Ref.) Kinder-Psychopathologie stehen und was für Wege zukünftig zu beschreiten sind“. Lebensgeschichtliche (analytische, soziologische und therapeutische) Orientierung und Team-Arbeit sind die Hauptmerkmale dieser im ganzen sorgfältigen Einzeluntersuchungen über normale Entwicklung, seelische Störungen und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter. Die verwirrende Vielfalt der Themenstellung und des Vorgehens sammelt sich im Ziel, die rekonstruierende psychoanalytische Theoriebildung durch direkte Beobachtung und Psychotherapie des Kindes zu stützen bzw. zu revidieren. Wo die Kinder-Psychopathologie im Sinne einer lehrbuchhaften Beschreibung und Klassifizierung statischer Zustandsbilder verlassen wird zugunsten einer lebensgeschichtlichen und therapeutischen Offenheit, läßt es sich wohl zunächst schwer vermeiden, von der Mannigfaltigkeit möglicher Fragestellungen überschwemmt zu werden. Doch würde eine straffere thematische Begrenzung eines solchen Sammelwerks die Orientierung erleichtern und den Eindruck des Verzettelten vermindern.
Besonders beachtenswert scheint mir der Beitrag von Melitta Sperling über gleichzeitige Analyse von Mutter und Kind beim