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Verf. ist protestantischer Pfarrer und beschreibt praktische Anleitungen zu Übungen, die eine unmittelbare Begegnung mit einem Gegenstand anstreben (z. B. u. a. Brunnenfigur, Dürers „Betende Hände“, Kreuz, „Barmherzigkeit” an Hand des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter). Er nennt seine seit 12 Jahren geübte Methode in Unterscheidung zu anderen Meditationsübungen „Innerung” und übersieht, daß dies Teil jeder Meditation ist, wenn nicht ihr wesentlicher Teil. Begrifflich gehen Ziel und Methode etwas durcheinander. Verf. geht es um die Begegnung (letztlich mit Gott), seine Benennung “Innerung” läßt schon darauf schließen, daß hier ebenso Versenkung, Identifikation wie auch Kontemplation mit inbegriffen sind, was Verf. trennen möchte. Der Zwang, sich einer konfessionellen Idee unterzuordnen, bringt es mit sich, daß er andere Meditationsübungen (Stoa, Exerzitien, Inana-Yoga, Buddhistische Versenkung und Zen) verwirft, was der von ihm erstrebten begrifflichen Klarstellung nicht dienlich ist. Er übersieht das Gemeinsame: aus einer fixierten Charakterstruktur herauszukommen und sich einem übergeordneten Prinzip (letztlich immer Gott) zu nähern, sowie die große Schwierigkeit, die eigenen Schwächen zu überwinden, um nicht einfach neuen Klischees nachzuhängen. Verf. spürt dies wohl, wenn er alle Herz- und Nervenkranken sowie alle Kernneurosen und alle organisch Kranken von seiner Methode ausschließen möchte.
Die Schilderungen über Erlebnisse während der Übungen klingen mehr oder weniger „erbaulich“. Wichtig die Beobachtung, daß bei solchen Übungen häufig unbewußte Einfälle aus der persönlichen Problematik auftauchen, es kommt zu freien Assoziationen. Verf. empfiehlt, diesen nachzugehen, obwohl sie von der eigentlichen Übung abhalten, und später mit einem Erfahrenen zu besprechen.
D. Eicke (London)