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Diese Arbeit des bekannten Indologen gibt an Hand der Upanisaden-Texte einen gut verständlichen und reichhaltigen Einblick in die geschichtliche Entwicklung des Yoga. Interessant ist insbesondere, wie die verschiedenen Formen des Yoga (Raja-, Karma-, Jñana-, Bhakti-, Hatha-, Kriya-, Tantra-Yoga u. a.) entstanden sind. Die Texte des Patanjalasutram werden wörtlich mit beigefügtem Originaltext wiedergegeben. Neben dem wirklich dankenswerten Textkommentaren beschreibt Verf. leider auch seine eigene „neue Metaphysik“. Erstaunt ist man über die abwertende Beurteilung des Hatha-Yoga. Verf. sagt nichts von den rein körperlichen Hilfen, die der Hatha-Yoga bietet, nichts davon, daß für jedes größere geistige Erleben und Wirken eine Körperhaltung nötig ist, die im allgemeinen erlernt werden muß. Wie bei anderen Autoren bleibt die ausführliche Beschreibung und Deutung des Samadhi-Zustandes (der wohl der Ekstase christlicher Mystiker entspricht) unbefriedigend. Solche Beschreibungen stehen im Widerspruch zu den Aussagen derjenigen, die es selbst erlebten und berichten, daß unsere Sprache nicht ausreiche, diesen Zustand zu beschreiben.
In einem Anhang über „Yoga und der Westen“ setzt Verf. die Psychotherapie mit dem Yoga in Parallele und gibt der Psychotherapie eine eindeutig religiöse Bedeutung. Er glaubt, daß heute Arzt und Psychotherapeut den Priester ersetzen müssen. Hiermit wird aber wohl gerade eine „große Ordnung“ zerstört, auf die sich Verf. beruft. Der Ersatz eines Priesters ist eben schon kein Priester mehr, ebenso wie eine Ersatzreligion vom Standpunkt der Religion eben areligiös ist. Der Yoga ist im übrigen auch keine Religion, sondern ein Hilfsmittel zur religiösen Erfahrung.
Verf. stellt die Arbeiten von C. G. Jung und seinen Schülern als Beginn eines Heilsweges der westlichen Welt dem östlichen Weg des Yoga gegenüber. Die Schriften von Freud werden abgelehnt, weil wegen ihres sexuellen Inhaltes peinlich zu lesen. Der Untertitel: ein Weg zum Selbst, ist im Sinne des