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Unter 435 psychiatrisch explorierten Pilotenanwärtern der Schweiz. Armee fanden sich 72 (17%), die über eine Enuresis nach dem 4. Lebensjahr berichteten. Bei 56 Anwärtern schwand dasBettnässen vor dem 10. Jahr. Von den 16 über diesen Termin hinaus sistierenden Bettnässern zeigten 12 eine neurotische Persönlichkeitsentwicklung. Bei allen 12 Anwärtern bestätigte der Rorschachversuch die neurotische Grundhaltung. Die meisten der 16 Anwärter der zweiten Gruppe hatten das Problem der Geschlechtlichkeit, speziell der Masturbation, nicht bewältigt.
Die 72 Probanden zeigten zwei typische Formen charakterlichen Verhaltens: einmal den selbstunsicheren, grüblerischen, weichen Typ, sodann den überkompensierenden Sportshelden mit aggressiven Tendenzen. Verf. zieht einen Vergleich zu den Begriffen Christoffels der Urophilie und Uropolemie. Reifungshemmungen, auf die von anderer Seite als kennzeichnendes Merkmal der Enuretiker hingewiesen wurde, fand Verf. bei den 20jährigen nicht bzw. nicht mehr. Berufswahl, elterliches Milieu und Stellung in der Geschwisterreihe ergaben keine Gesetzmäßigkeiten bei den Enuretikern. Nur in zwei Fällen trat eine Heilung unter dem Einfluß ärztlicher Maßnahmen ein. Entsprechend der These Kempers fand auch Verf., daß die Motive des Fliegerunsches ehemaliger Enuretiker dem Bedürfnis nach Machtdemonstration, bei tiefer Angst vor Triebschwäche entsprachen.
Gerd Biermann (München)