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O laß mich drücken deine liebe Hand,O laß mich küssen dein so teueres Haupt!Und doch, was sag ich? Darf ein UnglücksmenschDen Unbefleckten je berühren? NieWill ich dies tun noch je es dulden, nie!Nur wer vom gleichen Leid gezeichnet ist,Vermag wohl mitzutragen dies mein Leid.
Robert Graves bemerkt in der Einführung zu seiner Übersetzung von L. Apuleius' „Goldenem Esel“, daß dieses Buch seinem Wesen nach ein religiöser Roman sei1. Um diese Bemerkung zu unterbauen, verweist Graves den Leser dann auf drei Prinzipien, von denen er glaubt, daß sich auf sie die Überzeugung von Apuleius gründet:
1. „In der Sicht des Himmels sind die Menschen keineswegs einander gleich. Seine Wohltaten bleiben den Hochgeborenen und Gebildeten vorbehalten, vorausgesetzt, sie sind sich der moralischen Verpflichtung ihres Standes bewußt. Nur diese Hochgeborenen und Gebildeten können zu den göttlichen Mysterien zugelassen werden und damit ihre Todesfurcht durch eine Hoffnung auf bevorzugte Behandlung in der jenseitigen Welt lindern. Sklaven und Freigelassene können sich unmöglich die Tugend, die Einsicht und das Taktgefühl aneignen, daß sie für die Einweihung in diese Mysterien in Frage kommen, selbst wenn sie es sich leisten könnten, die geforderten hohen Gebühren zu bezahlen. Sklaverei trägt den Stempel moralischer Niedrigkeit; und Apuleius' Sklaven sind immer feige, böse, betrügerisch und verräterisch.“ 2. „Völlig arm zu sein, wenn auch frei, betrachtet er nicht unbedingt als ein Zeichen niedriger Moral, aber von Unglück, und sein zweites grundlegendes religiöses Prinzip war, daß Unglück ansteckend ist.“ 3. „Ein Edelmann sollte nicht leichtfertig mit Zauberkünsten spielen; er sollte seine geistigen Bedürfnisse dadurch befriedigen, daß er sich in einen angesehenen Mysterienkult mit Gleichgestellten einweihen läßt; selbst dann sollte er sich den Göttern nicht aufdrängen, sondern geduldig ihren Ruf erwarten.“2
In der vorliegenden Arbeit ist nicht darüber z