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Das Strukturmodell für den seelischen „Apparat“ stammt von Freud und ist in seiner endgültigen Form in seiner Arbeit „Das Ich und das Es“ (1923) niedergelegt. Mit der Ausarbeitung dieses Strukturmodells beschäftigte sich Freud seit 1914, dem Jahr, in welchem er den Begriff des Ichideals ein-führte und dessen Funktion der Selbstbeobachtung in dem Aufsatz „Zur Einftührung des Narzißmus“ beschrieb. Er setzte seine Untersuchungen über einen selbstkritisierenden, abgespaltenen Teil des Ichs in der Studie „Trauer und Melancholie“ (1917) fort. In „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ wird zum erstenmal das Überich als „eine Differenzierung innerhaib des Ichs“ beschrieben. In diesen Arbeiten geht die Formulierung der Begriffe im großen und ganzen auf die klinische Beobachtung pathologischer Phänomene zurück, stammt also nicht von genetischen Betrachtungen her. Eine Ausnahme bildet die zeitlich letzte Formulierung in „Das Ich und das Es“ (1923), wo die ursprünglichen Vorstellungen über die Herkunft des Ichideals in der Arbeit über den Narzißimus wieder aufgenommen werden.
Der enge Zusammenhang zwischen dem Einsetzen dieser Differenzierung im Ich und dem Schicksal der Objektbeziehungen lenkt unsere Aufmerksamkeit auf diejenigen frühen Stufen des Persönlichkeitsaufbaus, die man die Primordia nennen könnte, aus welchen schließlich das Überich entsteht.
Im folgenden soll das Auftreten gewisser Verhaltensweisen im Laufe des ersten und zweiten Lebensjahres untersucht werden, wobei sich die gleichzeitige Bildung spezifischer, korrespondierender seelischer Strukturen anzudeuten scheint. Im Anfang sind diese Strukturelemente als körperliche und seelische Verhaltensstereotype beobachtbar; mehrere Jahre später sind diese Verhaltensweisen dann an der Bildung des Überichs beteiligt und werden zu integrierenden Bestandteilen dieser Instanz.
Wir wollen versuchen, einerseits die Rolle der Objektbeziehungen bei der Bildung dieser Verhaltensweisen und seelischen Elemente zu erforschen, andererseit