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Die Psychotherapie bedient sich sdion seit vielen Jahren einer Behandlungsform, die sich nicht ausschließilich um den Einzelnen bemüht, sondern eine gewisse Anzahl von Patienten unter bestimmten Gesichtspunkten zusammenfügt. Diese sollen die Voraussetzungen zur allmählichen Bildung einer echten Gruppe schaffen, aus der sich dann als ein Ganzes die therapeutischen Effekte entwickeln. Schon dieser knapp angedeutete Prozeß kann erkennen lassen, daß die Gruppenpsychotherapie keinen therapeutischen Notbehelf darstellt, mit dem man die seit Jahren konstante Überzahl an neurotischen Patienten zu bezwingen sucht. An der historischen Entwicklung der Gruppenpsychotherapie, der Wirkungsweise der jeder Gruppe immanenten Gesetze und am praktischen Beispiel des Therapieverlaufs einer Gruppe soll verdeutlicht werden, daß es sich bei der genannten Methode um eine selbständige und spezielle Form der Therapie handelt. Gleichzeitig sollen mit diesen Ausführungen auch die psychologischen Grundlagen, der Anwendungsbereich und die therapeutischen Auswirkungen der Gruppenpsychotherapie angedeutet werden.
Vor mehr als 25 Jahren wurde der Terminus von Moreno, neben Slavson einer der Begründer und Führer der beiden gruppenpsychotherapeutischen Schulen, in die Literatur eingeführt. Gilt das Jahr 1931 als Beginn der wissenschaftlichen Gruppenpsychotherapie, so gehen doch deren praktische Ansätze bereits bis auf das Jahr 1910 zurück, als Moreno in Wien begann, Kindergruppen zum Stegreifspiel zusammenzustellen. Später bildete er mit Prostituierten Diskussionsgruppen, womit auch zugleich das erste therapeutische Ziel einer Gruppenarbeit gesetzt wurde, welches Moreno in seiner ersten experimentellen Untersuchung formulierte: „Wie kann man jenen