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Das letzte Werk von Ernest Jones ist unvollendet geblieben. Diese Tatsache allein ist bemerkenswert, denn Jones stellte die Niederschrift seiner eigenen Erinnerungen zurück, um die große dreibändige Biographie von Sigmund Freud zu beenden. Auf diese Weise ist er bis zu seinem Lebensende der selbstgestellten Aufgabe treu geblieben, die Psychoanalyse als Wissenschaft und Bewegung zu fördern. Die Freudbiographie ist der krönende Stein dieser Aufgabe geworden, und wahrscheinlich durch sie mehr als durch seine übrigen Veröffentlichungen wird sein Name künftigen Generationen bekannt bleiben.
Im Gegensatz zu dem ernsten Ton der Freudbiographie schlägt er in seiner Autobiographie einen leichtherzigen Ton an. Jones beschreibt seine Jugend in Wales, der westlichen Provinz des vereinigten Königreichs, die ethnographisch und kulturell immer ihren eigenen Charakter bewahrt hat. Für den deutschen Leser, der gewöhnlich mit England das gesamte britische Königreich bezeichnet, wird es überraschend sein, wie Jones seinem welschen Ursprung immer treu geblieben ist. Als er schließlich heiratete, nahm er eine Walliserin zur Frau; nach ihrem Tode wählte er eine Österreicherin und keine Engländerin. Obwohl er die englische Sprache mit besonderer Sorgfalt und Liebe sprach und schrieb, ist er immer welsch geblieben. Im väterlichen Hause wurde englisch gesprochen, aber Jones bedauerte, daß er nicht wallisisch sprach. Wie alle nationalen Minoritäten, so hat auch die welsche einen beschränkten kulturellen Umfang, und es ist nicht zu verwundern, daß der sich schnell entwickelnde Jones bald nach mehr Anregung suchte. So treffen wir ihn bald in London, wo er sein Medizinstudium, das er in Cardiff begonnen hatte, beendet. Für den deutschen Leser ist die Beschreibung der klinischen Studienjahre, die er im University College Hospital absolvierte, von besonderem Interesse, denn sie gibt einen Einblick, wie verschieden das Studium der Medizin in England von dem in Deutschland war und noch immer ist. Jo