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Petrilowitsch geht es in erster Linie darum, „eine neue Fassung des Problemkreises abnormer Persönlichkeiten anzubieten, die an den überlieferten Grundanschauungen der psychiatrischen Klinik zu diesem Thema festhält und zugleich darauf abhebt, dem heute gültigen ‚Standard‘ jener schwer zu umreißenden komplexen Bestände allgemeinen Bewußtseins Rechnung zu tragen, die den Zeitgeist der Gegenwart ausmachen“. Diese Gegenwart fordert, dem „Verhältnis des Begriffs der abnormen Persönlichkeit zu dem der Neurose“ und der Anlage-Umwelt-Problematik — „die gefährlich schwache und verwundbare Seite der bisherigen Psychopathieforschung“ — eine betonte Aufmerksamkeit zu widmen. Petrilowitsch orientiert sich vor allem an der „Krüger-Wellekschen Strukturtheorie“, weshalb er unter der Persönlichkeit „nicht psychische Vorgänge, Zustände und Erlebnisinhalte, sondern Erlebnisund Leistungspotenzen“ versteht. Unter wesentlicher Beibehaltung der weitgehend eingebürgerten Schneidersdien Systematik zielt sein Bemühen auf eine „Pathodharakterologie der abnormen Persönlichkeiten“, wobei es gelte, „die viel gerügte Statik der bisherigen Psychopathieforschung zu überwinden zugunsten einer sachgerechten Einbeziehung dynamischer Zusammenhänge, deren Bedeutung erst durch die Ergebnisse psychoanalytischer Forschung in vollem Umfang deutlich geworden ist“. Im Gegensatz zu Schneider nimmt der Verf. mit Recht den „Bereich des Vitalen, ‚Leibnahen‘“ in den Bestand der Persönlichkeit mit auf, hält es aber (mit Schneider) für zweckmäßig, die Intelligenz und ihre Anomalien aus ihr auszuklammern und als „eigenes Forschungsgebiet der Psychopathologie abzugrenzen“, obwohl das eigentlich seiner Feststellung des erheblichen Einflusses der Intelligenz auf die übrigen Persönlichkeitsanteile und zumal auf das Persönlichkeitsniveau widerstreitet. Vereinzelte abnorme oder psychopathische Verhaltensweisen, die etwa unter dem Einfluß übermächtiger Erlebnisreize und biologischer Krisenzeiten (Pubertät, Rückbildungsalte