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Unter der Voraussetzung der „körperlichen Natur auch der endogenen Geisteskrankheiten“ stellt die vorliegende Abhandlung den „Versuch einer biologischen Theorie der endogenen Depression dar“. Im gegenwärtigen Augenblick ist „kein Problem so dringlich wie die Erarbeitung einer theoretischen Konzeption der endogenen Psychosen als körperliche Krankheiten. Sie ist die unumgänglich notwendige Vorarbeit, die geleistet werden muß, ehe an eine sinnvolle experimentelle Forschung auf diesem Gebiete gedacht werden kann. Erst eine geschlossene Arbeitshypothese liefert der somatischen Forschung definitive Fragestellungen, führt sie aus der sterilen Monotonie des endlosen Sammelns beliebiger Befunde in den Bereich echten Experimentierens, durch das konkrete Fragen bestätigt oder verworfen werden können“. Es läßt sich angesichts der klinischen Erfahrung nicht daran zweifeln, „daß bestimmte vegetativ-körperliche Störungen unmittelbarer, primärer Ausdruck der als Depression bezeichneten Krankheit, daß sie selbständig neben den psychischen Symptomen stehen und in manchen Fällen diesen sogar vorauseilen und dann das Zustandsbild mehr oder weniger ausschließlich beherrschen können“. Mit den nicht recht zu beschreibenden, die endogene Depression regelmäßig begleitenden somatischen Sensationen steht man dem „eigentlichen Grundgeschehen“ der Krankheit wahrscheinlich am nächsten. Diese vegetativen Phänomene sind daher nicht, wie Lemke will, aus der Angst oder aus Angstvorstellungen abzuleiten, so als ob die ängstliche Depression sich „vorwiegend in den körperlichen Symptomen der Angst äußert“. Nun liegt die Annahme nahe, daß die verschiedenen depressiven Zustandsbilder von den „Stadien der Auseinandersetzung“ des Kranken, „welche durch die unterschiedliche Intensität der Krankheit im Verlaufe ihres Auftretens und Abklingens entstehen“, mitbestimmt sind. „Der Erscheinungstypus, den die endogene Depression bei der geringsten Intensität des ihr zugrunde liegenden biologischen Prozesses sympto