You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Menninger-Lerchenthal sagt von seinem neuen Buche ausdrücklich, alles darin „ist nur Andeutung, ist Ansatz zu weiterem Studium“. In der Tat liegt der Schwerpunkt und Wert desselben nicht in der theoretisch-begrifflichen Durcharbeitung der Thematik, sondern in der umfassenden Materialsammlung. Mit Recht arbeitet der Verf. die speziellen psychopathologischen rhythmischen und periodischen Phänomene auf dem Hintergrund der biologischkosmischen Rhythmik heraus, wobei er die physiologische und pathologische Organrhythmik besonders berücksichtigt. Die periodischen Schwankungen der Körpertemperatur, Paroxysmen, Perioden und Phasen in der allgemeinen Pathologie, krankhafte Rhythmen und Perioden im Triebleben und periodische Träume erfahren eine ausführliche, mit eigener und der Literatur entnommener Kasuistik gestützte Darstellung. Im Kapitel über die „Neurologie der Rhythmik und Periodizität“ tritt neben der Schilderung der nach Hirnerschütterungen entstehenden periodischen Krankheitserscheinungen und der Rolle des Großhirns bei der Periodizität vor allem die maßgebende Bedeutung des Hypophysen-Zwischenhirn-Systems für die zur Diskussion stehenden Sachverhalte klar und überzeugend hervor. Was an 49-Stundenrhythmen, an 3- und 4-Tage-Periodik, an weiblicher und männlicher 4-Wochen-Periodik und an tages- und jahreszeitlichen einschließlich der lunaren periodisierenden Einflüssen auf pathologische Vorgänge bislang klinisch beobachtet worden ist, findet sich zusammengestellt. Daran schließt sich eine Erörterung der für die Entstehung der fraglichen Erscheinungen in Betracht kommenden Faktoren, eine zusammenfassende Darstellung der sogenannten periodischen Psychosen und der sich aus der Lehre von der Periodizität in der Pathologie ergebenden therapeutischen Folgerungen. Anhangweise wirft der Verf. noch einen kurzen Blick auf — vor allem an Rossini illustrierte — „Phasen der menschlichen Produktivität“.
H. Kunz (Basel)