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Der Autor geht von der Frage aus, weshalb im Bereich der Psychiatrie bzw. Psychotherapie so wenig Interesse für das Problem des Alterns besteht. Die Ursache hierfür dürfte in der weit verbreiteten Auffassung zu suchen sein, daß auf geriatrischem Gebiet therapeutische Bemühungen wenig erfolgversprechend sind. Auch die Psychoanalyse vertrat lange Zeit diesen Standpunkt. Jedoch gab es auch Analytiker, worauf späterhin noch einzugehen sein wird, die diese Resignation nicht teilten und gute psychotherapeutische Erfahrungen bei alten Menschen machen konnten.
Das Desinteresse an der Geriatrie ist vom psychoanalytischen Standpunkt aus darin begründet, daß viele Psychiater und Psychotherapeuten mangels ausreichender Bewältigung ihres Ödipuskonfliktes in älteren Patienten unbewußt ihren Vater oder ihre Mutter hassen.
Der Verf. hat sich die Aufgabe gestellt, solche und ähnliche Vorurteile zu widerlegen. Er kann hierbei auf umfangreiche eigene Erfahrungen zurückgreifen und Erkenntnisse zahlreicher anderer Autoren benutzen.
Systematisch verfahrend behandelt Wolff zunächst, das für das Altern spezifische biologische Geschehen und die hiermit einhergehenden organischen Prozesse. Aus der Fülle der referierten Untersuchungsdaten sind folgende Erkenntnisse besonders erwähnenswert: Zunahme des Bindegewebes bei allmählichem Verlust des elastischen Anteils, ständige Verringerung der Zellelemente des Nervensystems und Reduzierung normal funktionierender Zellen im gesandten Organismus, Vermehrung des Fettgewebes, Verminderung der Sauerstoffausnutzung und des Schlagvolumens in der Ruhe, verringertes Atemvolumen und Nachlassen der Hormon-produktion, insbesondere der Sexualdrüsen und Nebennieren.
Der so durch Einzeldaten gekennzeichnete Prozeß des biologischen Alterns steht in enger Beziehung zum „general adaptation syndrom“ von Selye. Der Prozeß der Anpassung (adaptation) i. S. von Selye verbraucht eine besondere Art von Energie, die nicht mit kalorischer Energie identisch ist und in hohem Maße