You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Rein äußerlich. fällt bei der Durchsicht des Buches zunächst auf, daß, obwohl von einer internationalen und gesamtdeutschen Tagung die Rede ist, sämtliche Referenten aus der Bundesrepublik, ja in ihrer überwiegenden Mehrzahl aus Göttingen stammen. Es fällt ferner auf und erscheint dem Ref. als ein allerdings bemerkenswertes Symptom, daß keines der Referate auf die in einem psychiatrischen Krankenhaus und gerade auch für die Pfleger der psychisch Kranken doch weiß Gott eminent wichtigen, ja schlechthin entscheidenden zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Kranken und ihren Betreuern auch nur etwas genauer ein gegangen ist, wenn man von den sich durch echte Menschlichkeit und religiöse Verankerung auszeichnenden, mehr appellativen Charakter tragenden Ausführungen der Oberin Schleier mach er einmal absieht. Keines der Referate, selbst nicht das von W. Schwidder, das sich „Einführung in die Psychotherapie und Psychoanalyse“ nennt und das inhaltlich im wesentlichen einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Psychoanalyse von Freud zu Horney, Fromm, Sullivun und Schultz-Hencke bis zu den Einsichten von Spitz über die Bedeutung des Gefühlskontaktes für die Entwicklung des Säuglings gibt. Auch in „psychiatrische Behandlungsmethoden“ erwähnt St. Wieset lediglich, „es bedeutet praktische Psychotherapie auf der Station, wenn man feststellen kann, was ein Wahnkranker mit seinen bizarren Gesten und seinen absonderlichen Worten zum Ausdruck bringen will, und wenn man sich auf seine Sorgen und Nöte einstellen kann“. Wiederholt schimmert durch, daß die Vortragenden den Pfleger ganz wesentlich als einen Helfer in den Bemühungen um eine klinische Diagnose sehen. Ja ein Artikel von Baumert ist eigens diesem Thema gewidmet: „Der Pflegebericht als diagnostisches Hilfsmittel